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Sport im Hamsterrad: Rhönradturnen in Nürnberg

Vom Zusehen könnte dem einen oder anderen bereits schwindelig werden. Kein Wunder, denn die Rhönradturner drehen sich bei ihren Übungen in alle möglichen Richtungen. Was auf den ersten Blick einfach aussieht, stellt sich beim Ausprobieren als eine anspruchsvolle Sportart heraus, die nicht nur den ganzen Körper fordert, sondern auch viel Spaß macht.

Wie funktioniert Rhönradturnen?

Ein Rhönrad besteht aus zwei Reifen, die durch zwei Griff-, zwei Brett- und zwei Spreizsprossen miteinander verbunden sind. „Im Grunde funktioniert es wie ein Hamsterrad“, erklärt Trainerin Nina Scheuerer. Die Turner stehen mit ihren Füßen auf zwei Holzbrettern, die Brettsprossen genannt werden. Die daran befestigten Bindungen geben den Turnern Halt. Sind die Arme und Beine durchgestreckt und die Hände fest an den Griffen, kann es auch schon losgehen: In unterschiedlichen Stellungen zeigen die Turner ihr Können.

Wie beim klassischen Turnen gibt es beim Rhönradturnen Pflichtübungen, die genaue Anforderungen stellen, und Küren, bei denen sich der Turner seine eigene Choreographie ausdenken kann.Genaue Vorgaben hat die „S1“: Sie beinhaltet sechs Übungen, bei denen man mit beiden Füßen in den Bindungen turnt. Die „S2“ hat einen höheren Schwierigkeitsgrad, da die Turner bei diesen Pflichtübungen nur mit einer Bindung turnen dürfen.

Bei Turnieren bewerten Experten dann die Vorführung. Scheuerer hat vor einigen Jahren selbst an Turnieren teilgenommen. Die Jury ist sehr streng und achtet auf jedes Detail. „Arme und Beine müssen immer gestreckt sein und das Rad sollte auf keinen Fall stehen bleiben“, erzählt die junge Frau über ihre Turniererfahrung.

Worin besteht der Trainingseffekt?

Ob Arme, Bauch oder Beine: Dieser Sport fordert den ganzen Körper. Allein mit dem eigenen Körpergewicht bringen die Athleten das Rad zum Rollen und Stoppen. „Rhönradturnen sieht einfacher aus, als es ist“, erzählt Scheuerer. Wer es ausprobieren möchte, muss Spannung, Kraft und Konzentration mitbringen.

Vor allem wird aber die Rumpfmuskulatur trainiert. Während aller Übungen sollte der Bauch angespannt sein. „Grundsätzlich kann jeder den Sport betreiben, dazu muss man kein Muskelpaket sein“, meint die 21-Jährige. Scheuerer turnt selbst seit mittlerweile 13 Jahren begeistert im Rhönrad und gibt seit drei Jahren Trainingsstunden für Kinder und Erwachsene beim Post SV Nürnberg.

Was ist das Besondere an der Sportart?

Wer Rhönrad turnt, betreibt einen sehr außergewöhnlichen Sport, der viel Spaß macht. Die Kursteilnehmerin Sabine Hetzer ist nun schon seit 24 Jahren eine begeisterte Rhönradturnerin und verpasst kaum eine Trainingsstunde. „Freitagabend ins Training zu gehen, ist für mich zur liebgewonnenen Routine geworden“, erzählt die Hobbyturnerin. Ihr gefällt an der Sportart, dass sie gemeinsam mit einer Freundin turnen kann. Denn die Sportler können auch zu zweit im Rad stehen und zusammen zahlreiche Übungen machen.

Wo kann man in Nürnberg Rhönradturnen?

Neugierig geworden? Dann probieren Sie es doch aus. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene: Der Post SV Nürnberg bietet Kurse für Kinder und Erwachsene in verschiedenen Schwierigkeitsstufen an. Der Verein stellt Räder in verschiedenen Größen zu Verfügung. Für das kleinste Rad müssen Kinder mindestens 115 Zentimeter groß sein. „Aber auch Erwachsene können noch das Rhönradturnen lernen, man muss es nur wollen“, versichert Scheuerer.

Trainiert wird unter der Leitung von Nina Scheuerer und Christiane Ritter freitags ab 18.30 Uhr in der Sporthalle der Billrothschule in Mögeldorf. Die Rhönradgruppe freut sich immer über neue Gesichter. Interessierte können telefonisch bei Christiane Ritter ein Schnuppertraining vereinbaren.

Text und Bilder: Lea Borgmann

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