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Ultra Comix in Nürnberg: Viel mehr als nur "Heftchen"

Text und Bilder: Manuela Ziegler

Spätestens seit der US-Kultserie „The Big Bang Theory“ hält sich hartnäckig das Vorurteil, in Comic-Läden hielten sich vor allem Nerds auf, die in einer Fantasiewelt leben. Stefan Trautner räumt mit diesem Gerücht auf: „Im Ultra Comix findet jeder was.“ Und das Klientel ist nicht mehr nur männlich: „Durch die Mangas lesen inzwischen auch viele Frauen und Mädchen Comics.“ Und so kann Trautner hier von der Schülerin bis hin zum Rentner alle begrüßen. Sein Einzugsbereich liegt um die 400 Kilometer, einige Stammkunden kommen aus Wien, Prag oder Dresden.

Vom Flohmarkt zum Fachgeschäft

Der Name Ultra Comix beschreibt nicht nur das riesige Comic-Angebot, er zeigt auch, dass der inhabergeführte Laden keinem Konzern verpflichtet ist. Ultra kommt von den ersten Buchstaben im Namen Ulrich Trautner, mit dem zusammen sein Bruder Stefan seit 1990 das Geschäft betreibt. Angefangen hat alles mit Flohmarktverkäufen und dann einem kleinen Comic-Laden in der Pirckheimerstraße. Seit dem Umzug 2005 in die Vordere Sterngasse bietet er auf drei Etagen Fantastisches rund um Spiel und Lesen. „Nur Elektronik-Spielzeug haben wir nicht. Das passt nicht zum Konzept“, sagt Trautner.

Fantastische Spieleauswahl

„Den Schwerpunkt kann man schwer definieren. Auf jeden Fall haben wir hier Nürnbergs größtes Angebot an Spielen, dann natürlich die Comics, Sammelkartenspiele, Bücher, Tabletop-Spiele, Geschenkartikel und Zubehör wie Kostüme für Life-Rollenspiele“, beschreibt Stefan Trautner den Laden, der zu den größten Comic-Fachgeschäften Europas gehört. Außerdem gibt es noch einen Veranstaltungsbereich für die Spiele-Events, die die Brüder veranstalten. „Dort finden zum Beispiel Manga-Zeichenkurse und Turniere für Sammelkarten-Besitzer statt.“

Ultra Comix Edition

Überall im rund 1000 Quadratmeter großen Geschäft hängen gerahmte Drucke mit bekannten Motiven aus Comic und Zeichentrick. Wenn man genauer hinschaut, fallen auch Werke berühmter Künstler auf, auf denen die dargestellte Gestalt durch eine Ente ersetzt wurde: Duckomenta. Das Projekt der Kunsthochschule Braunschweig ist ein Teil der „Ultra Comix Edition“, in der Ultra Comix seit 2005 Merchandising-Produkte ausgewählter Künstler veröffentlicht. Der Laden verwaltet auch die Lizenzen an den „Monstern des Alltags“ des inzwischen verstorbenen Künstlers Christian Moser.

Laden, Inspiration, Museum

Ein bisschen Museumscharakter hat Ultra Comix schon. Viele kommen einfach nur zum Schauen und Stöbern, zum Beispiel im „Antiquariat“ im ersten Stock mit Heften aus 20 Jahren Comic-Geschichte. Eine echte Rarität gibt es hier auch, die liegt allerdings hinter Glas: Eine Ausgabe des ersten Spiderman-Comics. Wäre die im Bestzustand, läge der Preis unter Sammlern im fünfstelligen Bereich. „Die hier ist um die 1000 bis 2000 Euro wert“, sagt Trautner.

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