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VAG: "Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt"

Ende März 2015 stellte die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg die Statistiken über Schwarzfahrer im Jahr 2014 vor: Bei rund 1,2 Millionen kontrollierten Fahrgästen ertappten die 30 ausgebildeten Fahrausweisprüfer der VAG insgesamt 26.000 Menschen ohne gültigen Fahrausweis. Im Zuge dessen betont das Verkehrsunternehmen in einer Erklärung: "Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Wird jemand dreimal auffällig, droht eine Anzeige." Im vergangenen Jahr sei das in Nürnberg genau 1.694 Mal der Fall gewesen, heißt es weiter.

Anders als gelegentlich behauptet, ist der Grund für die Kontrollen nicht etwa "Geldmacherei". Während der VAG im Jahr rund 1,5 Millionen Euro an Einnahmen durch Schwarzfahren entgehen, nimmt sie etwa die Hälfte dieses Betrags wieder durch die Kontrollen ein. Allerdings: Diese kosten im Jahr etwa zwei Millionen Euro. Trotz dieses Verhältnisses könne man nicht auf die Kontrollen verzichten, betont das Unternehmen in seiner Mitteilung: Man wolle die "zahlenden Kunden in ihrem Tun bestätigen und die bisherigen Nichtzahler zum Kauf einer Fahrkarte motivieren, denn das oberste Ziel jedes Verkehrsbetriebs muss es sein, seine Einnahmen zu sichern, um weiterhin gute Verkehrsleistungen anbieten zu können."

Die 30 ausgebildeten Kontrolleure der VAG sind täglich in 65 Nürnberger Prüfbereichen im Einsatz. Der Schwerpunkt liegt laut dem Unternehmen auf der U-Bahn, aber auch in Straßenbahnen und Bussen wird täglich kontrolliert. In letzteren gilt zudem seit 2006, dass die Fahrgäste beim Betreten des Fahrzeugs dem Fahrer das Ticket vorzeigen müssen. Zusammen seien all diese Maßnahmen dafür verantwortlich, dass die Schwarzfahrerquote in Nürnberger Bussen und Bahnen seit 2006 halbiert werden konnte, wie die VAG betont.

Warnung vor "falschen Kontrolleuren"

Die VAG warnt in diesem Zusammenhang auch davor, dass seit 2014 vereinzelte Hinweise auf falsche Kontrolleure in Fahrzeugen und Bahnhöfen des Unternehmens unterwegs seien, um von Fahrgästen sofort das "Erhöhte Beförderungsentgelt" von derzeit 40 Euro zu kassieren. Die VAG gehe diesen Hinweisen nach, betont das Unternehmen. Dafür brauche es aber die Mithilfe der Fahrgäste: "Ein Fahrkartenkontrolleur der VAG kann sich immer offiziell ausweisen und er bittet einen Fahrgast ohne gültigen Fahrschein lediglich dann um ein sofortiges Begleichen des Erhöhten Beförderungsentgeltes, wenn dieser keinerlei Nachweis über seinen Wohnsitz erbringen, also kein Dokument mit einer Adresse vorlegen kann." Falls jemand von einem falschen Kontrolleur angegangen und zur Herausgabe von Bargeld genötigt werden sollte, wird darum gebeten, dies der VAG mittels Notruf an den U-Bahnsteigen und in den U-Bahnen, über die Fahrer oder am Servicetelefon unter (0911) 2 83-46 46 umgehend zu melden. (job)

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