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Mehr Schutz für das Pegnitztal

Sandgrasnelke (Armeria elongata)

Kaum zu glauben, aber wahr: Zentrumsnah hat sich im östlichen Pegnitztal in der Großstadt Nürnberg ein grünes Schmuckstück der Natur entwickelt. Dieses beliebte Naherholungsziel leistet dank der naturnahen Pflege der N-ERGIE, des Servicebetriebs Öffentlicher Raum (SÖR), des Tiergarten Nürnbergs und einiger privater Grundstückseigentümer einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. In der Stadtbiotopkartierung von 2008 wurde das Gebiet deshalb für eine Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen. Der Umweltausschuss der Stadt Nürnberg beauftragte die Verwaltung, eine Ausweisung zu prüfen. Damit wurde der ökologisch herausragenden Bedeutung dieses einzigartigen Gebietes Rechnung getragen. Vor Beginn eines förmlichen Verfahrens haben der Referent für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, Herr Dr. Peter Pluschke und die Höhere Naturschutzbehörde/Regierung von Mittelfranken, Herr Claus Rammler den Dialog mit den betroffenen Eigentümern und den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Am 15.01.2015 fand dazu eine Veranstaltung statt.

Was macht das östliche Pegnitztal so wertvoll?

Der rund 250 ha große Bereich des östlichen Pegnitztales erfüllt aufgrund seines Strukturreichtums und einer hohen Anzahl geschützter Arten höchste ökologische Wertmaßstäbe. Die Lebensräume wechseln von wertvollen Magerrasenbeständen in verschiedensten Ausprägungen zu Feuchtgebieten und Auenwaldbeständen.

Alteiche

Alteiche

Blauflügelige Prachtlibelle

Blauflügelige Prachtlibelle

Pegnitz

Pegnitz

Knabenkraut

Knabenkraut

Worin liegt der Nutzen einer Ausweisung als Naturschutzgebiet?

Das Pegnitztal Ost steht schon heute unter Landschaftsschutz. Es ist zudem Wasserschutzgebiet und auch als europäisches Schutzgebiet Natura 2000 ausgewiesen. Gemäß Art. 30 Bayerisches Naturschutzgesetz dürfen landwirtschaftliche Nutzflächen während der Aufwuchszeit nicht betreten werden.

Wenn die Qualität dieses beliebten Naherholungsgebietes auf Dauer erhalten bleiben soll, bietet der Status eines Naturschutzgebietes die Chance, Störungen und Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Das Arten- und Biotopschutzprogramm der Stadt Nürnberg beschreibt bereits 1996 den hohen Erholungsdruck im östlichen Pegnitztal und fordert Maßnahmen der Besucherlenkung und der teilweisen Verlegung von Wegen auf Teilstrecken.

Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet können künftig staatliche Mittel, z.B. für die Verlagerung von Wegen aus besonders schutzwürdigen Kernbereichen zur Verfügung gestellt werden. Altbäume, in denen auch der höchst seltene Eremit lebt, dürfen sich dann zu wahren Methusalembäumen entwickeln und in Würde altern, ohne dass die Verkehrssicherungspflicht zum Problem wird. Staatliche Mittel für Landschaftspflegemaßnahmen sind in Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten eher gewährleistet.

Ein großes Problem stellt derzeit der Hundekot dar. Er verunreinigt zunehmend die Wiesen und kann Einfluss auf die Trinkwasserqualität haben. Die Verunreinigung des Wiesenschnitts gefährdet außerdem die künftige Nutzung und Pflege der Offenlandflächen. Der Nürnberger Tiergarten mäht und verfüttert das Mähgut bislang als Grünfutter an seine Zootiere. Durch kontaminiertes Futter können die Tiere erkranken. Liegengelassene Spielstöckchen können landwirtschaftliche Geräte beschädigen. Wir brauchen den Tiergarten weiter als Abnehmer des Mähgutes. Ohne regelmäßige Mahd geht die Lebensraumvielfalt im Talraum zurück und damit auch die besondere Qualität dieses Naherholungsgebietes. Dem kann mit einem Konzept für die Hundehaltung in der Naturschutzgebietsverordnung entgegengewirkt werden. Details sind im weiteren Verfahren noch zu klären.

Eremit

Der Eremit (Osmoderma eremita) ist eine europarechtlich geschützte Totholzkäferart

Purpurspanner

Purpurspanner

Flachlandmähwiese

Flachlandmähwiese

Schafe im Pegnitztal Ost

Schafe im Pegnitztal Ost

Das Beispiel Naturschutzgebiet Hainberg zeigt, wie es geht

Das Referat für Umwelt und Gesundheit und das Umweltamt der Stadt Nürnberg haben durchweg positive Erfahrungen. So konnten im Naturschutzgebiet Hainberg die Probleme insgesamt befriedigend gelöst werden, auch wenn es immer wieder einzelne Hundehalter gibt, die sich verständnislos zeigen. Die Bevölkerung in Gebersdorf identifiziert sich mit "ihrem Naturschutzgebiet" und achtet mit auf die Einhaltung der Spielregeln. Die Erfahrungen bestärken uns darin, dass die Mehrzahl der Hundehalter einsichtig ist und eine Regelung akzeptiert, bei der alle aufeinander Rücksicht nehmen. In dem stark frequentierten Naherholungsgebiet bedeutet das einen Gewinn für alle Beteiligten.

Was bedeutet eine Unterschutzstellung für die Grundstückseigentümer?

Für die Eigentümer werden sich keine nennenswerten zusätzlichen Einschränkungen ergeben. Die N-ERGIE als Haupteigentümer hat sich bereit erklärt, unter den genannten Voraussetzungen für die Gestaltung einer Naturschutzgebietsverordnung zur Verfügung zu stehen und eine konstruktive Zusammenarbeit zugesichert.

Schafe und Naturschutz – eine bewährte Allianz im Pegnitztal

Eine Station des Naturerlebnispfads im östlichen Pegnitztal zum Thema Schafbeweidung heißt: "Hier arbeite ich". Wir können versichern: Das vertraute Idyll der Schafe bleibt im NSG auf jeden Fall erhalten. Auch am Hainberg sind Schafe als Landschaftspfleger tätig.

Wie geht es weiter?

Bei der Veranstaltung am 15.01.2015 wurde das Thema erwartungsgemäß lebhaft und kontrovers diskutiert. Wir hoffen, dass zum Nachdenken angeregt wurde und Verständnis für unser Anliegen geweckt werden konnte. Das Referat für Umwelt und Gesundheit wird Einwendungen sorgfältig auswerten und dem Stadtrat einen Bericht vorlegen. Wenn der Stadtrat eine entsprechende Empfehlung abgibt, wird die Regierung von Mittelfranken als zuständige Behörde anschließend ein Unterschutzstellungsverfahren eingeleitet.

Eine Chance für die Zukunft

Die Ausweisung als Naturschutzgebiet würde dem östlichen Pegnitztal zusätzlichen Glanz verleihen. Die Stadt Nürnberg und die Regierung von Mittelfranken können ein Zeichen setzen, dass sie das einzigartige Gebiet auch künftig für die Nürnberger Bevölkerung von Bebauung freihalten wollen.

Dr. Peter Pluschke
Referent für Umwelt und Gesundheit

Umweltamt - Untere Naturschutzbehörde


Vera Boser

Telefon: 09 11 / 2 31-58 56

Dorothea de Koning

Telefon: 09 11 / 2 31-58 62

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