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Lärmaktionsplan

Die Stadt Nürnberg erstellt einen Lärmaktionsplan für den Straßenverkehrslärm und den Lärm von Straßenbahn und U-Bahn, der Lärmprobleme bewertet, Ziele und Strategien zur Lärmminderung aufzeigt und hierzu Maßnahmen festlegt. Der Lärmaktionsplan für Schienenwege der Bahn wurde von der Regierung von Mittelfranken erstellt, für den Flugverkehr und die Bundesautobahnen war kein Lärmaktionsplan erforderlich.
Das Verkehrssystem in Nürnberg ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen und „gereift“. Es stellte sich heraus, dass sehr tiefgehende Eingriffe in den Straßenverkehr (einschließlich der Straßenbahn) notwendig wären, um die Lärmbelastung spürbar zu verringern. Solche großen Eingriffe in dieses System haben neben der erwünschten Wirkung immer auch unerwünschte Nebenwirkungen. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Wenn die Geschwindigkeit beschränkt wird, kann unter Umständen die Straßenbahn ihren Fahrplan nicht mehr einhalten, es müssten neue Züge gekauft werden. Außerdem kommt die Abstimmung der Ampeln aus dem Takt. Grüne Wellen funktionieren nicht mehr und es gibt eine Fülle technischer Probleme mit den Ampelanlagen, die gelöst werden müssen.
  • Um den Asphalt auf den Straßen gegen einen leiseren Belag auszutauschen, muss oft der gesamte Unterbau erneuert werden. Das kostet sehr viel Geld, obwohl der Unterbau für einen normalen Straßenbelag durchaus noch brauchbar wäre.
  • Auf den Hauptverkehrsstraßen kann die Stadt Nürnberg nicht alleine über Maßnahmen entscheiden, die den Verkehr beeinflussen, sondern braucht die Genehmigung der Regierung von Mittelfranken. Und selbst wenn diese Genehmigung erteilt wird, ist mit Klagen und langwierigen Gerichtsverfahren zu rechnen.

In der Zeit, die seit der Online-Beteiligung Anfang 2012 vergangen ist, wurde daran gearbeitet Lösungen zu entwickeln, die auch wirklich umgesetzt werden können. So hat der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) zum Beispiel in der Passauer Straße und in der Frankenstraße verschiedene lärmmindernde Fahrbahnbeläge eingebaut, um herauszufinden, welches in unserer Region verfügbare Material am besten geeignet ist. Der Gutachter Accon hat verschiedene andere Maßnahmen in der Theorie durchgerechnet, um zu sehen, wo das benötigte Geld am effektivsten eingesetzt werden kann, um die größtmögliche Lärmreduzierung zu erreichen.
Mit diesen Erkenntnissen wurden mittlerweile mehrere mögliche Varianten entworfen, wie die Stadt Nürnberg bei der Reduzierung der Lärmbelastung vorgehen könnte. In jedem Fall sollen weitere Straßenabschnitte mit lärmarmen Belägen versehen werden. In der Südstadt soll voraussichtlich 2016 im Rahmen eines Modellversuchs überprüft werden, wie wirksam Geschwindigkeitsreduzierungen sind.
Der Lärmaktionsplan wurde im Mai 2015 öffentlich ausgelegt und auf drei öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt. Gleichzeitig wurden die Träger öffentlicher Belange (Behörden und Verbände) zu einer Stellungnahme aufgefordert.
Die Eingegangenen Einwände und unsere Stellungnahmen dazu finden Sie hier zusammengestellt:

Der Lärmaktionsplan ist am 27.01.2016 in Kraft getreten.

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Aktualisiert am 27.01.2016, 13:13 Uhr

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