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Fallbeispiele aus der Arbeit des Naturschutzbeirats


Erste Sitzung des Naturschutzbeirats am 20.10.1974

Den Vorsitz führt der damalige Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Herr Gartenbaudirektor Friedrich. Neben organisatorischen Punkten steht der geplante Bau des Oberen Wöhrder Sees, seit 1978 Landschaftsschutzgebiet "Wöhrder See", auf der Tagesordnung. Die Stadt Nürnberg plant ein Hearing zum Thema. Der Naturschutzbeirat empfiehlt einstimmig Herrn Dipl. Forstwirt Hubert Weiger, Beauftragter für Nordbayern im Bund Naturschutz, als Vertreter des Natur- und Landschaftsschutzes für die Veranstaltung.


Bau des Pegnitztalsammlers Bauabschnitt IV

Der Bau des Pegnitztalsammlers ist Gegenstand mehrerer Naturschutzbeiratsbehandlungen zwischen 1997 und 1999. Ursprünglich stehen zwei Trassenvarianten zur Diskussion. Ein Trassenverlauf sieht vor, das Kanalbauwerk in offener Bauweise im Pegnitzgrund im Landschaftsschutzgebiet Nr. 3 "Wöhrder See" zu erstellen. Die zweite Variante legt diesen Abschnitt unter die Straße Prinzregentenufer. Diese Tunnelbauweise schließt nicht aus, dass die wertvolle Platanenallee erheblich Schaden nimmt. Der Beirat spricht sich für die Variante im Pegnitzgrund aus. Damit ist der Erhalt der Platanenallee - eine der größten Nordbayerns und im übrigen seit 2004 als Naturdenkmal ausgewiesen - sichergestellt. Die mit der Variante 1 verbundenen Eingriffe in die Gehölzbestände werden durch Vorlage und Realisierung eines qualifizierten Landschaftspflegerischen Begleitplans, der mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt wird, ausgeglichen.


Einführung eines Ökokontos bei der Stadt Nürnberg

Bereits 1999 begrüßt der Naturschutzbeirat die Einrichtung eines Ökokontos bei der Stadt Nürnberg. Er sieht darin die Möglichkeit, im Einvernehmen mit den betroffenen Grundstückseigentümern den Vollzug der Eingriffsregelung in der Bauleitplanung zu verbessern. Eine vorsorgliche Beschaffung ermöglicht auch, die Interessen der Landwirte zu berücksichtigen. Das Instrument Ökokonto ist heute fest etabliert. Es ermöglicht im gesamtstädtischen Interesse Rechtssicherheit in der Bauleitplanung und leistet einen Beitrag zur Lebensqualität und damit zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Nürnberg.


Erweiterung Bayerische Asphaltmischwerke

Mit dem vorgelegten Ausgleichskonzept ist der Verlust an Flächen im Landschaftsschutzgebiet nicht abgedeckt. Der Beirat fordert deshalb im Jahr 2008 die Neuausweisung des an die Bayerischen Asphaltmischwerke anschließenden Gleisdreiecks als Landschaftsschutzgebiet. Mittlerweile ist das Gleisdreieck als Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Nr. 13 "Langwasser" geschützt.


Veranstaltungen

Im Landschaftsschutzgebiet Nr. 2 "Pegnitztal West" wurden Spiel-, Sport- und Naturerlebnisbereiche geschaffen, die sehr gut von der Bevölkerung angenommen werden. Genauso am Unteren Wöhrder See im Landschaftsschutzgebiet Nr. 3 "Wöhrder See". Hier sind weitere Freizeiteinrichtungen in Planung und Bau. Das ist gut und erfreulich. Andererseits ist durch diese weiträumige Freizeitnutzung der Naturhaushalt einer starken Belastung ausgesetzt. Zusätzlich finden Veranstaltungen und Feiern im Freien statt. Sie schließen Bürgerinnen und Bürger von ihren knappen Naherholungsräumen aus und rauben so manchem Anwohner seine Nachtruhe. Der Naturschutzbeirat lehnt deshalb in den Jahren 2009 und 2012 eine Ausweitung von Veranstaltungen in Landschaftsschutzgebieten ab und fordert ein Konzept außerhalb von Schutzgebieten.


Biotoppflegeaktionen des Naturschutzbeirates im Gleisdreieck Tullnau

In den Jahren 2007 und 2014 führt der Naturschutzbeirat zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Nürnberg auf Flächen der Deutschen Bahn Biotoppflegeaktionen im Gleisdreieck Tullnau zur Rettung des Sandtraganten durch ("Eine Diva in Not"). Es handelt sich um den einzigen Standort dieser Pflanze in der westlichen Hemisphäre. Diese Kooperation mit der Deutschen Bahn trägt auch an anderen Stellen im Stadtgebiet Früchte.


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