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Der Personenschifffahrtshafen Nürnberg und seine Geschichte

Für die boomende Entwicklung der Kabinen-Personenschifffahrt bedarf es moderner Wasserstraßen- und Hafeninfrastrukturen. Aus diesem Grund hat die Stadt Nürnberg die alte Anlegestelle für Kabinenschiffe umgebaut.

Personenschifffahrtshafen Vollbelegung 2019

Am 25.07.2016 wurde der neue Personenschifffahrtshafen Nürnberg offiziell eingeweiht. Bis zu zehn Schiffe gleichzeitig können nun anlegen. Doch bis dahin war es ein weiter Weg:

793 Fossa Carolina: Karl der Große will Main und Donau miteinander verbinden

Im Jahr 793 ordnete Karl der Große an Rhein und Donau zu verbinden. Ein schiffbarer "Graben" zwischen Rezat und Altmühl sollte auf 3.000 Meter an die beiden Flusssysteme von Rhein und Donau anbinden. Aber der Traum des Kaisers wurde eingestellt, da der Boden zu sumpfig war.
Noch heute zeugen die 500 Meter lange Wasserfläche und die daran anschließenden Erdwälle im Treuchtlinger Ortsteil Graben von den ersten Arbeiten an der Überwindung der europäischen Wasserscheide.

1100 Jahre später entsteht der Ludwig-Donau-Main-Kanal

Im 19. Jahrhundert war König Ludwig I. erfolgreicher. Eine 172 Kilometer lange schiffbare Wasserstraße von Bamberg über Nürnberg nach Kelheim mit 100 Schleusen konnte im Juli 1846 dem Verkehr übergeben werden.
Leider kamen schon Ende des 19. Jahrhunderts Probleme auf: Der Kanal konnte mit dem sich gerade entwickelnden Eisenbahnnetz kapazitätsmäßig nicht mithalten. Außerdem waren die flachen Main-Schiffe zu breit und die Kanal-Schiffe für Main und Donau zu tief.
So wurde das Projekt Ludwig-Donau-Main-Kanal 1950 beendet und teilweise trockengelegt, abgetragen oder überbaut. Die erhaltenen 65 Kilometer des Ludwig-Donau-Main-Kanals gehören heute zu den schönsten Relikten deutscher Industriekultur und stehen unter Denkmalschutz.

Main-Donau-Kanal: 100 Jahre von der Idee zur Vollendung

Mit den Problemen des Ludwig-Donau-Main-Kanals kam die Idee zum heutigen Main-Donau-Kanal und es wurde am 06. November 1892 im Saal des Hotels ‚Adler‘ in Nürnberg der „Verein zur Hebung der Fluß- und Kanalschiffahrt in Bayern" gegründet. Dieser schaffte die Voraussetzungen für den Bau der heutigen Verbindung.
1921 legte der vom damaligen Deutschen Reich und Bayern geschlossene Staatsvertrag den Bau der Großschifffahrtsstraße von Aschaffenburg bis Passau fest und es wurde die Rhein-Main-Donau AG (RMD) gegründet. Der Bau sollte auf eigene Kosten errichtet werden. Hierfür erhielt die RMD die Aufgabe, die Wasserkraft von Main, Donau, Lech, Altmühl und Regnitz zu nutzen und mit diesen Überschüssen das Wasserstraßenprojekt zu finanzieren.

1960 Baubeginn in Bamberg
1972 Eröffnung des Hafen Nürnberg
25. September 1992 Verkehrsfreigabe auf dem letzten Teilstück zwischen Hilpoltstein und Berching

Die ersten Jahre

Mit der durchgehend schiffbaren Verbindung von Rhein und Donau kamen auch die Flusskreuzfahrten nach Nürnberg. Bei zwei Anlegestellen kamen Mitte der 1990er Jahre etwa 85 Schiffe und knapp 10.000 Touristen. Ein regelrechter Boom sorgte für stetig steigende Anlegevorgänge, so dass 2006 bereits 439 Schiffe mit 53.000 Touristen anlegten und mit Ausnahme der beiden Jahre 2009 und 2010 die Anlegevorgänge in jedes Jahr um zweistellige Prozentzahlen stiegen. Durch den weiteren Anstieg der Flusskreuzfahrtschiffe beschloss die Stadt Nürnberg im Jahr 2011 die Modernisierung und Ausbau der beiden Anlegestellen für rund 10,5 Millionen Euro und noch im selben Jahr wurde die Errichtung einer Uferwand in die Wege geleitet. 2013 bis 2015 folgte der technische Ausbau, bei dem die zehn Liegeplätze eingerichtet wurden.

Betriebsgelände Personenschifffahrtshafen Nürnberg

Beim Bau des Personenschifffahrtshafens Nürnberg am Europakai wurden die Funktionen des Hafenbetriebs in den Fokus gerückt, d.h. Durchführung der Anlegevorgänge, Versorgung mit Landstrom und Wasser, Entsorgungsmöglichkeiten für die Schiffe sowie Verkehrsabwicklung für Busse und Lieferverkehre. Die Anlage stellt ein bewirtschaftetes Betriebsgelände dar.

Die Umbaumaßnahmen wurden dann mit der Landschaftsgestaltung im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen. Dabei entstand unter anderem durch Renaturierungsmaßnahmen auch die naturnahe künstliche Wasserfläche „Schwarzenteich“. Auch wurde der seit langem etablierte Kiosk am Waldrand im südlichen Teil des Personenschifffahrtshafens deutlich ertüchtigt und erhielt Strom- und Wasseranschluss. Der privat bewirtschaftete Hafenkiosk bietet in Saisonzeiten Einkehrmöglichkeiten für Besucherinnen und Besucher und auch sanitäre Anlagen.

Seit dem Umbau stehen die zehn Anlegestellen in der 1.400 Meter langen Anlage bereit, um die Schiffe während der Liegezeit auch mit Strom und Wasser zu versorgen. Mit Abschluss der Landschaftsgestaltung konnte der Personenschifffahrtshafen dann am 25. Juli 2016 eröffnet werden.

Flusskreuzfahrten in Nürnberg

Im selben Jahr erreichten die Anlegezahlen mit 1.100 Flusskreuzfahrtschiffen ein Allzeithoch. Seitdem laufen jährlich über 60 Reedereien mit mehr als 130 Schiffen den Personenschifffahrtshafen Nürnberg an. Die über 1.000 Anlegevorgänge bringen ca. 140.000 Touristen in die Stadt und sorgen somit für einen kräftigen Umsatzmotor. Im Jahr 2017 gaben die Gäste ca. 4 Mio. Euro während Ihres Aufenthaltes in Nürnberg aus.

Aber auch andere Wirtschaftsbereiche haben einen Nutzen von den Flusskreuzfahrten. So müssen Schiffe beispielsweise in Nürnberg gewartet und mit Lebensmitteln versorgt werden. Die Hotellerie profitiert von den anfallenden Übernachtungen, wenn Nürnberg Start oder Ziel einer Flusskreuzfahrt ist. Und Flusskreuzfahrtgäste können zu Fluggästen werden, so dass auch der Albrecht Dürer Airport Nürnberg zusätzlich Umsatz macht.

Personenschifffahrtshafen


Interessieren Sie sich für die Ankunfts- und Abfahrtszeiten eines bestimmten Schiffes oder möchten Sie Gäste persönlich am Personenschifffahrtshafen abholen? Hier finden Sie die aktuellen Liegetermine und eine Anfahrtsbeschreibung.
Tagesschifffahrten gibt es von Nürnberg aus leider nicht mehr, hierfür stehen Ihnen aber verschiedene Anbieter entlang des Kanals zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner bei der Wirtschaftsförderung Nürnberg:

Theresienstraße 9

90403 Nürnberg


Antonia Frisch

Personenschifffahrtshafen


Telefon: +49 (0)911 / 231 - 69 39

Telefax: +49 (0)911 / 231 - 27 62

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