Nr. 576 / 16.05.2025
Am Donnerstag, 15. Mai 2025, stellte Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, im Umweltausschuss des Nürnberger Stadtrats die Klimadaten der Stadt für das Jahr 2024 vor. Die Daten zeigen, dass die klimatischen Verhältnisse in Nürnberg weiterhin im Einklang mit globalen Trends stehen: Die Temperaturen steigen deutlich, und die Wetterextreme nehmen zu. Um die Klimaveränderungen in Nürnberg zu beobachten, wertet das Umweltamt die meteorologischen Daten systematisch aus.
Im Vergleich der 30-jährigen Mittelwerte (1961 bis 1990 und 1991 bis 2020) wurde 2024 erneut der Rekord der wärmsten Jahresmitteltemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gebrochen. Im vergangenen Jahr betrug in Nürnberg die Jahresdurchschnittstemperatur 11,41 Grad Celsius gemessen an der Wetterstation Nürnberg Flughafen. Damit war die Durchschnittstemperatur in Nürnberg höher als in Deutschland mit durchschnittlich 10,9 Grad Celsius im Jahr 2024. Der Trend weist zudem auf eine weitere Erwärmung hin. Weltweit hat die globale Erwärmung 2024 erstmals die kritische Marke von 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau überschritten. Dabei ist Europa von der Erwärmung überdurchschnittlich betroffen, das gilt auch für Nürnberg.
Das Jahr 2024 war insgesamt feucht, mit einer überdurchschnittlichen Niederschlagsmenge. Dennoch wurde es vor allem durch zahlreiche und intensive Starkregenereignisse geprägt, die zu erheblichen Regenmengen führten und die zunehmende Wetterextremität unterstreichen.
Britta Walthelm betont: „Die Ergebnisse des Berichts untermauern die Prognosen für die kommenden Jahre. Wir müssen mit weiteren Temperaturanstiegen und häufigeren, intensiveren Wetterextremen rechnen. Das Pariser Klimaabkommen strebt an, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, idealerweise auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dass wir diese Marke im letzten Jahr überschritten haben, ist ein alarmierendes Signal. Es unterstreicht die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen.“
Britta Walthelm betont die Notwendigkeit, lokale Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Klimabedingungen zu verstärken. Besonders die zunehmende Hitzebelastung stellt eine Herausforderung dar und betrifft vor allem vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Daher sind Klimaanpassungsmaßnahmen dringend notwendig, wie die Be- und Durchgrünung urbaner Flächen, die Integration aktueller Klimadaten in die Stadtentwicklung sowie die Fortführung des Hitzeaktionsplans mit Maßnahmen wie kühle Orte und Trinkwasserbrunnen. Zudem soll das Schwammstadt-Prinzip bei Planungen konsequent umgesetzt werden, um Niederschlagswasser zu versickern und Überlastungen des Kanalsystems zu vermeiden. Weitere Vorsorgemaßnahmen gegen Starkregen, wie die Entwicklung einer Gefahrenkarte und die Umsetzung des Aktionsprogramms Starkregen, sind ebenfalls geplant, um die Risiken zu minimieren. let