Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 839 / 24.07.2025

Kulturpreise der Stadt Nürnberg 2025 vergeben

Als Anerkennung für künstlerische und soziokulturelle Leistungen, die neue Akzente in der Kultur und Stadtgesellschaft setzen, vergibt die Stadt Nürnberg jährlich Kulturpreise im Wert von insgesamt 20 000 Euro. Jetzt stehen die Preisträgerinnen und Preisträger 2025 fest. Am Mittwoch, 23. Juli 2025, hat der Nürnberger Stadtrat die Vergabe auf die Empfehlung des Beratergremiums für kulturelle Fragen beschlossen.

Die fünf jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 4 000 Euro dotierten Kulturpreise gehen an den bildenden Künstler Johannes Felder, das Literaturhaus Nürnberg e. V., den gemeinnützigen Verein Orchester Ventuno, die Musikerin Hildegard Pohl sowie an die Tante Betty Bar. Die öffentliche Veranstaltung zur Preisübergabe findet am Montag, 10. November, um 19.30 Uhr in der Tafelhalle, Äußere Sulzbacher Straße 62, statt. Der Eintritt ist frei.

Der im zweijährigen Turnus vergebene Große Kulturpreis der Stadt Nürnberg (dotiert mit 10 000 Euro) wird 2026 wieder verliehen.

Im Folgenden redaktionell bearbeitete Auszüge aus den Begründungen der Vorschläge.

Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern:

Johannes Felder
Johannes Felder ist der einzige Künstler der Metropolregion Nürnberg, der das Thema Landschaft in der zeitgenössischen Kunst interdisziplinär und innovativ neu interpretiert. In seinem Werk verbindet er abstrakte Malerei mit filmischen Ausdrucksformen – als Reflexion über Landschaft, als kulturelles Konzept, ästhetische Erfahrung und mediales Bild. Landschaft wird bei ihm zum psychischen Zustand: imaginär und konkret, emotional und analytisch. Seine Installationen und bundesweit aufgeführten Film-Konzerte – etwa „Dating Planet A – film live in concert“, das die Umweltkrise thematisiert – zeichnen sich durch besondere Relevanz aus. Seit seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg arbeitet er als Künstler und Filmemacher in Nürnberg.

Literaturhaus Nürnberg e. V.
Das Literaturhaus als eine der bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland präsentiert ein erstklassiges Kulturprogramm: Die renommiertesten Autorinnen und Autoren waren schon zu Gast, um hier zu lesen und sich in der inspirierenden räumlichen Atmosphäre mit dem Publikum auseinanderzusetzen. Professionell und engagiert sorgen die ehrenamtlichen Managerinnen für umfassendes Informationsmaterial und fachliche Begleitung. Ein besonderer Höhepunkt ist der Gisela-Elsner-Literaturpreis, der von einer namhaften Jury vergeben wird und nationale Beachtung findet. Entsprechend erweitert sich das Stammpublikum zusehends, mit Besuchern aus der gesamten Metropolregion Nürnberg und weit darüber hinaus. Viele bekannte Autorinnen und Autoren ließen sich hier bereits zu neuen Werken inspirieren und integrierten die Stadt Nürnberg als kreativen Impuls in ihr Schaffen.

Orchester Ventuno e. V.
Als professionelles Kammerorchester in der Metropolregion verfolgen die Mitglieder des 2014 gegründeten Orchesters Ventuno das Ziel, qualitativ hochwertige Konzertproduktionen für ein neues, diverses Publikum umzusetzen. Das Profil des Orchesters: klassische Konzertformate und Reihen, aber auch interdisziplinäre Konzertproduktionen wie zum Beispiel mit dem SETanztheater (Der Prozess v. Kafka) oder mit dem nö theater Köln die musikalische Lesung „Gegen das Vergessen“ über jüdisches Leben in Nürnberg und Fürth während der NS-Zeit. Neben dem eigens ins Leben gerufenen Education-Programm für Kinder (unter anderem mit Geraldino) ist es ein besonderes Anliegen der Orchester-Mitglieder, Menschen an klassische Musik heranzuführen, die bisher keinen Kontakt zu diesem Genre hatten.

Hildegard Pohl
Hildegard Pohl interpretiert Werke großer Komponisten wie Mozart, Beethoven, Bach, Tschaikowski und Gershwin als mitreißendes Crossover zwischen klassischer Musik und swingendem Jazz. Mit ihrer unprätentiösen Art, spontanen Improvisationen und der charmanten Interaktion mit dem Publikum begeistert sie seit vielen Jahren ihre Zuhörer. So ist sie längst nicht nur in Nürnberg und Umgebung, sondern weit über die regionalen und nationalen Grenzen hinaus als Konzertpianistin gefragt. Die Preisträgerin des Wolfram-von-Eschenbach-Preises des Bezirks Mittelfranken tritt regelmäßig bei renommierten Jazzfestivals auf, ist seit über 20 Jahren als Stummfilmpianistin aktiv und gründete vor ebenso langer Zeit das „Hildegard Pohl Trio“ gemeinsam mit Yogo Pausch und Norbert Meyer-Venus, mit dem sie bisher über ein Dutzend CDs veröffentlicht hat.

Tante Betty Bar
Die Tante Betty Bar feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen und hat sich längst über die Grenzen Nürnbergs hinaus als lebendiger Treffpunkt für Konzerte mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern sowie spannenden Newcomerinnen und Newcomern aus den Bereichen Jazz, Latin und experimentelle Musik einen Namen gemacht. Rund 50 Konzerte jährlich machen das Programm zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. In der Tante Betty Bar trifft sich die deutsche und europäische Jazzszene – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Nürnberger Musiklandschaft. Für ihr „kulturell herausragendes Livemusikprogramm“ wurde die Tante Betty Bar 2019 und 2021 mit dem Applaus-Preis der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.       ja