Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 868 / 04.08.2025

Modelleisenbahn-Ikone im Spielzeugmuseum jetzt digital erlebbar

Die berühmte Omaha-Bahn des Spielzeugmuseums, eine der außergewöhnlichsten Modelleisenbahnanlagen der Welt und ein Nürnberger Meisterwerk, ist ab sofort in neuer Form erlebbar: Dank einer umfassenden Digitalisierung können Interessierte die detailreiche Anlage jetzt weltweit unter omaha-in-nuernberg.de virtuell entdecken. Das Projekt wurde von Designer Chris Weinland gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Karin Falkenberg entwickelt und durch eine großzügige Spende des Lions Club Nürnberg-Noris ermöglicht.

Im Jahr 2024 hat Chris Weinland die 30 Quadratmeter große Anlage der Omaha-Bahn gemeinsam mit dem Fotografen Torsten Hönig bildlich dokumentiert und mit diesem Material eine moderne, interaktive Webseite gestaltet. Dort sind erstmals alle Lokomotiven mit Waggons, sämtliche Gebäude und die figürlichen Darstellungen detailliert online zugänglich – ein großer Mehrwert, da die Modellbahnanlage im Spielzeugmuseum hinter Vitrinenglas geschützt ist und viele Feinheiten dem bloßen Auge vor Ort allein aufgrund der Distanz verborgen bleiben. Das Digitalisierungsprojekt macht das einzigartige Exponat zukunftsfähig: Mit der neuen Online-Präsenz ist die Omaha-Bahn für Besucherinnen und Besucher vor Ort sowie für das internationale Publikum dauerhaft zugänglich.

Entstanden ist die Modellbahnanlage im Maßstab 1:64 zwischen 1950 und 1974, in Handarbeit gefertigt von dem Nürnberger Geologen Dr. Wolfram Bismarck, dem „Karl May der Modellbahnwelt“. Obwohl er – wie eben Karl May – nie selbst in den USA war, rekonstruierte er den Eisenbahnknotenpunkt Omaha Union Station im Bundesstaat Nebraska mit Präzision und künstlerischem Anspruch. Ohne Computer entwickelt, machen die 43 selbstgebauten Gebäude und Brücken, die 136 zumeist handgefertigten Loks, Züge und Waggons auf 172 Metern selbstgemachten Gleisen und die über 300 handgeschnitzten Holzfiguren die Anlage zu einem einzigartigen Meisterwerk. Geschätzte 10 000 Meter Kabel befinden sich in und unter der Bahn. Sie nahm zur Bauzeit den gesamten Platz in Bismarcks Wohnung ein – gegen Ende schlief das Ehepaar Bismarck auf Klappbetten in der Küche, da Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer bereits zugebaut waren. Schließlich erklärte sich Dr. Lydia Bayer, Gründungsdirektorin des Spielzeugmuseums, bereit, die Bahn für das Museum zu übernehmen. Nach dem Tod des Entwicklers und langjährigen Betreuers Bismarck drohte der komplex aufgebauten Anlage die Betriebsunfähigkeit. Durch das ehrenamtliche Engagement von Ulrich Friedhoff, Gerhard Kohler und Chris Weinland wurde und wird die analoge Bahn erhalten und bis heute gepflegt.

Live in Betrieb erleben kann man die Bahn in der Regel an jedem letzten Samstag im Monat von 15 bis 18 Uhr. Die Vorführungen sind im Museumseintritt bereits inbegriffen.       ja

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