Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 945 / 09.09.2025

Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis und
Veranstaltungsprogramm

Rund um die 16. Verleihung des mit 25 000 Euro dotierten Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises sind Bürgerinnen und Bürger zu einem vielfältigen Begleitprogramm eingeladen. Für ihre Verständigungs- und Aussöhnungsbemühungen bekommt die israelisch-palästinensische Organisation Parents Circle – Families Forum (PCFF) am Sonntag, 21. September 2025, um 11 Uhr im Opernhaus von Oberbürgermeister Marcus König die Auszeichnung überreicht. Seit 1995 bringt PCFF israelische und palästinensische Familien zusammen, die durch den Nahostkonflikt ein Familienmitglied verloren haben, und bietet Bildungsprogramme und Aktivitäten zur Trauerbewältigung.

Preisträger des Jahres 2025

„Gemeinsam setzen sie sich für ein Ende des Blutvergießens ein und rufen zur Versöhnung auf. Ihr Engagement für die Förderung gewaltfreier Lösungen des Konflikts ergibt sich aus der gemeinsamen Erfahrung des Verlusts“, betont die internationale Preis-Jury in ihrer Begründung. Auch nach dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 setzt PCFF die Bereitschaft zum Dialog konsequent fort – trotz verstärkter Proteste gegen ihre Arbeit. Die Organisation hat es mit Hilfe ihrer Mitarbeitenden und ihrer Mitglieder geschafft, über Online-Formate in Kontakt zu bleiben, laufende Verständigungsprogramme und ihre Social-Media-Aktivitäten weiterzuführen.

PCFF fördert den Dialog  und baut Brücken. Ihr Engagement fußt auf der Überzeugung, dass Verständnis und Empathie Feindseligkeit überwinden können. Die Mitglieder stehen in ihrer Trauer zusammen und bieten Bildungsprogramme an, die Empathie zwischen Israelis und Palästinensern fördern. In einem Begegnungsformat, dem sogenannten Dialogtreffen, teilen eine Israelin oder ein Israeli sowie eine Palästinenserin oder ein Palästinenser mit dem Publikum ihre Geschichte des Verlusts – und damit auch ihre mutige Bereitschaft zur Versöhnung. Mit diesem Angebot, das auch Schulklassen in Anspruch nehmen, hat PCFF in den vergangenen zwanzig Jahren über 250 000 Menschen erreicht. Weitere Informationen zu Parents Circle – Families Forum und Spendenmöglichkeiten unter www.parentscirclefriends.de.

Für den Festakt im Opernhaus gibt es noch Restkarten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die der Verleihung beiwohnen möchten, können sich an das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, Telefon 0911 / 2 31-50 29, wenden.

Gemeinsam tafeln für Frieden

Im Anschluss an die Preisverleihung findet ab 13 Uhr die Friedenstafel statt. Die von der Stabsstelle Menschenrechtsbüro & Gleichstellungsstelle und dem Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg organisierte Veranstaltung lädt seit 1999 Nürnbergs Bürgerschaft dazu ein, ein Zeichen für Frieden, Toleranz und die Achtung der Menschenrechte weit über die Grenzen der Stadt hinaus zu setzen. Speisen und Getränke bringt man selbst mit oder nutzt das gastronomische Angebot vor Ort. Bei der Friedenstafel sind keine Fahnen, Transparente, Schilder oder Plakate gewünscht und keine Reden vorgesehen. Aufgrund des großen Zuspruchs bei ihrer Premiere 2023 lädt auch in diesem Jahr die KinderKreativ Friedenstafel mit der Mobilen Buchwerkstatt vom KinderKunstRaum dazu ein, eigene Friedenspostkarten zu gestalten und zu drucken – ein kleines Kunstwerk und eine Botschaft für den Frieden, perfekt als Geschenk für Familie und Freunde. Die Kunstinstallation und Mitmach-Aktion „Was trage ich bei? ... für eine friedliche Welt“ lädt die Gäste der Tafel zur Interaktion ein.

Vielfältiges Begleitprogramm

Rund um die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2025 laden zahlreiche Organisationen und Initiativen wieder zu einem vielfältigen Begleitprogramm ein: Egal ob Kunstausstellung, Lesung, Führungen in der Straße der Menschenrechte, interaktive und internationale Kunstaktionen, Diskussionsveranstaltungen oder Filme – das Programm bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich mit den Themen der Versöhnungsinitiative PCFF –  Empathie, Frieden und Menschenrechte auseinanderzusetzen. Am Sonntag, 21. September, findet im Vorfeld der Verleihung im Opernhaus um 9.30 Uhr ein Multireligiöses Friedensgebet zu Ehren der Preisträgerinnen am Kubus der Religionen an der Frauentormauer statt, bei dem unter anderem Jurymitglied Iris Berben sprechen wird.

Wer die Preisträgerinnen Laila AlSheikh und Robi Damelin live erleben möchte, hat am Dienstag, 23. September, ab 17.30 Uhr im Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, dazu die Gelegenheit. Im persönlichen Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt, Seniorprofessor für Menschenrechte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), berichten die Vertreterinnen der Initiative von ihrer herausfordernden Arbeit und möchten mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Im Anschluss folgt um 19 Uhr die Podiumsdiskussion mit der Journalistin Hanna Resch (ARD Tel Aviv), dem Politikwissenschaftler Prof. Thomas Demmelhuber (FAU) und dem Völkerrechtler Prof. Christoph Safferling (FAU, Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien), die über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven für einen dauerhaften Frieden sprechen. Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung unter menschenrechte@stadt.nuernberg.de zwingend erforderlich. Weitere Informationen zum Begleitprogramm und zu den Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.menschenrechte.nuernberg.de.


Stadt des Friedens und der Menschenrechte

Die Stadt Nürnberg vergibt seit 1995 alle zwei Jahre die Auszeichnung an Personen, die sich zum Teil unter erheblichen persönlichen Risiken für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Der Preis ist laut Satzung ein Symbol dafür, dass von Nürnberg, der einstigen Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der menschenverachtenden NS-Rassegesetze, „in Gegenwart und Zukunft nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen“. Damit will die Stadt Nürnberg einen Beitrag zur weltweiten Achtung der Menschenrechte leisten und dazu ermutigen, sich für Menschenrechte zu engagieren und diejenigen zu schützen, die sie verteidigen. Der Preis steht alle zwei Jahre im Mittelpunkt des vielfältigen Engagements der Stadt Nürnberg, die 1997 das erste und nach wie vor einzige kommunale Menschenrechtsbüro Deutschlands eingerichtet hat.   maj

Informationen zu Programm und Preisträger-Organisation unter 
www.menschenrechte.nuernberg.de
https://www.theparentscircle.org/en/homepage-en/