Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 986 / 17.09.2025

Richtfest an der Grundschule St. Johannis

Am heutigen Mittwoch, 17. September 2025, haben Oberbürgermeister Marcus König, Cornelia Trinkl, Referentin für Schule und Sport, sowie Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich das Richtfest für die Generalsanierung des denkmalgeschützten Schulhauses der Grundschule St. Johannis, Adam-Kraft-Straße 2, gefeiert. Das städtische Hochbauamt saniert seit Mitte Februar 2025 das historische Gebäude im laufenden Betrieb in zwei Abschnitten. Etwa die Hälfte der Klassen sowie der kommunale Kinderhort sind seit dem Schuljahr 2024/25 im Nachbargebäude Lange Zeile 31 untergebracht. Die Arbeiten dauern bis voraussichtlich Sommer 2028. Die Gesamtkosten einschließlich der Interimslösung belaufen sich auf rund 31 Millionen Euro. 

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König: „Auch in finanziell angespannten Zeiten investieren wir nachhaltig in Bildung und Betreuung. Wir sanieren unsere Schulgebäude, um sie fit für die Zukunft zu machen. Unsere Schulen sind Orte der Chancen für alle – und jeder Euro, den wir hier investieren, ist bestens angelegt. Besonders freut mich, dass wir das Gebäude nun barrierefrei erschließen und so Inklusion ermöglichen.“

Das Schulhaus wurde zwischen 1881 und 1898 im Stadtteil St. Johannis nordöstlich der Nürnberger Altstadt erbaut. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden der Dachstuhl und weite Teile des zweiten Obergeschosses durch einen Brand zerstört und nach Kriegsende provisorisch mit einem flachgeneigten Beton-Notdach gesichert. Im ersten Bauabschnitt erfolgten zahlreiche Rückbau- und Abbrucharbeiten im Innen- als auch im Außenbereich. Der Abbruch des provisorischen Beton-Notdachs stellt die größte äußerliche Veränderung dar. Nach historischem Vorbild wird ein zimmermannsmäßiger, doppelt stehender Kehlbalkendachstuhl als Walmdach im Zuge der zwei Bauabschnitte mit einer Dachneigung von 25 Grad errichtet. Das Dach wird in Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde mit einer altdeutschen Schieferdeckung gedeckt. Hofseitig wird eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung erneuerbarer Energien eingebaut. Der Dachraum wird als Zentrale der Technischen Gebäudeausstattung genutzt. Die oberste Geschossdecke wird vollflächig gedämmt.

„Die weiteren Schritte stellen nun die Sanierung der historischen Fassaden, die komplette Erneuerung der technischen Gebäudeausstattung, die Erfüllung der Anforderungen an den Brandschutz und das Herstellen einer zukunftsorientierten und modernen Lernumgebung dar. Die Barrierefreiheit wird durch den Einbau eines Aufzugs im zweiten Bauabschnitt zur Inklusion ebenfalls gewährleistet“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Die Grundschule St. Johannis ist ein fester Bestandteil des Stadtteils und prägt seit Generationen das Leben hier. Es freut mich, dass wir dieses historische Gebäude bewahren und zugleich so ausstatten, dass es ein moderner und inklusiver Lernort für unsere Kinder wird“, so Schulreferentin Cornelia Trinkl.

„Die Bildung unserer Kinder steht auch in Zukunft im Mittelpunkt der Arbeit von Kinderhort und Grundschule in St. Johannis. Wir nutzen die Generalsanierung, um in einem historischen Gebäude moderne Pädagogik zu ermöglichen“, erläutert Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales. Nach der Sanierung bietet das Gebäude in der Adam-Kraft-Straße Raum für zehn Klassen sowie für 100 Kinder im Kinderhort in Trägerschaft des Amts für Kinder, Jugendliche und Familien – Jugendamt. Durch das Konzept der „Kombieinrichtung“ werden gegenseitige Raumnutzungen über den ganzen Tag ermöglicht: Die Grundschule kann Räume des Horts nutzen und der Hort nutzt die Schulräume.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Sanierung im Rahmen der Hochbauförderung nach Artikel 10 des Finanzausgleichsgesetzes mit einer Förderung in Höhe von 7,55 Millionen Euro.

Dieses Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, Nürnberg schrittweise inklusiver zu gestalten. Es ist Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Den Ersten Aktionsplan hat der Nürnberger Stadtrat im Dezember 2021 einstimmig beschlossen. Um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg zu verwirklichen, wurden und werden umfangreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Weitere Informationen online unter www.inklusion.nuernberg.de.

 

Daten zum Projekt:

1 Anhang