Nr. 1163 / 23.10.2025
Am Mittwoch, 22. Oktober 2025, hat Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, in der Sitzung des Stadtrats den aktuellen Bericht zur Luftqualität vorgestellt. Die Luftqualität in Nürnberg hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Nürnberg hält die bundesweit geltenden Grenzwerte für Luftschadstoffe ein. EU-Vorgaben, die ab 2030 gelten, verschärfen die Grenzwerte. Daher arbeitet die Verwaltung bereits jetzt an einem neuen Luftqualitätsfahrplan.
„Die bisherigen Fortschritte stimmen zuversichtlich, dass wir die künftigen Herausforderungen bewältigen können“, erklärte Britta Walthelm. „Die verschärften Grenzwerte sind anspruchsvoll, aber sie geben uns die Chance, die Luft in Nürnberg dauerhaft sauberer zu machen und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger noch wirksamer zu schützen.“
Die Stadt Nürnberg ergreift seit vielen Jahren mit Erfolg Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität im Stadtgebiet. Von den 28 Maßnahmen aus früheren Luftreinhalteplänen ist ein Viertel abgeschlossen, während mehr als die Hälfte als Daueraufgaben fortgeführt wird. So baut die Stadt Nürnberg beispielsweise kontinuierlich das Angebot an Mobilpunkten aus, an denen stationsbasierte Carsharing-Fahrzeuge bereitstehen und eine Alternative zum privaten Pkw-Besitz bieten. Hinzu kommt der Ausbau des Radverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs sowie eine vorausschauende Stadtplanung, die Verkehrsströme lenkt und Schadstoffbelastungen reduziert.
Mit der neuen EU-Richtlinie verschärfen sich die Grenzwerte ab 2030 deutlich. Für Stickstoffdioxid (NO2) – einen Schadstoff, der vor allem von Verbrennungsmotoren im Straßenverkehr verursacht wird – halbiert sich der zulässige Jahresmittelwert von bislang 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Für Feinstaub PM 2,5 sinkt der Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter auf zehn Mikrogramm pro Kubikmeter. Stickstoffdioxid bleibt damit an stark belasteten Straßen ein Problem. Auch beim besonders feinen Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern (PM 2,5) ist noch offen, ob die künftigen Vorgaben der EU eingehalten werden können.
Um die Luftqualität weiter zu verbessern und die wirksamsten Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte zu bestimmen, erarbeitet die Stadt derzeit einen neuen Luftqualitätsfahrplan, der bis spätestens Ende 2028 vorliegen soll. Grundlage dafür sind fundierte Daten, auf deren Basis geeignete Maßnahmen entwickelt werden. Bereits jetzt werden die Hintergründe und Rahmenbedingungen möglicher Maßnahmen umfassend analysiert. Die Entwicklung erfolgt durch Recherchen, Prognoseberechnungen und Datenerhebungen vor Ort.
Berichte zur Luftqualitätsentwicklung, zu gesetzlichen Änderungen sowie zu Maßnahmen zur Reduzierung von Luftschadstoffen sollten weiterhin mindestens jährlich bis zur Fertigstellung des neuen Luftqualitätsfahrplans Ende 2028 vorgelegt werden. let