Nr. 1162 / 23.10.2025
Die Stadt Nürnberg reagiert auf steigende Baukosten mit einer neuen Leitlinie, um städtische Hochbauprojekte zu vereinfachen. Das hat der Stadtrat am Mittwoch, 22. Oktober 2025, beschlossen. Die neue Regelung setzt auf einfache, ressourcenschonende Lösungen wie manuell bedienbare Fensterlüftungen statt komplexer Anlagen, Plattformlifte in kleinen Gebäuden, Funkuhren statt zentraler Uhrenanlagen und einheitlich reduzierte Küchenkonzepte in Kinder- und Jugendeinrichtungen. So sollen Kosten bei Neubauten und Sanierungen gesenkt werden.
Auch gebrauchte Bauteile wie Lampen oder Möbel sollen über eine projektübergreifende Bauteilbörse wiederverwendet werden, um Material und Aufwand zu sparen. Neben normativen Regeln werden auch gewachsene Komfort- und Ausstattungsansprüche kritisch hinterfragt. Ziel ist es, Standards zu definieren, die weder Sicherheit noch Gesundheit gefährden. „Damit macht sich die Stadt das Konzept des ‚Gebäudetyps E‘ zu eigen“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Was im Wohnungsbau richtig ist, kann im kommunalen Hochbau nicht falsch sein!“
Der „Gebäudetyp E“ ist ein innovativer Planungsansatz im deutschen Bauwesen, der für „einfaches“ oder „experimentelles“ Bauen steht. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Architektenkammern, um das Bauen in Deutschland kostengünstiger, schneller und flexibler zu machen – insbesondere im Wohnungsbau. Abweichungen von hohen Standards sind künftig möglich, sofern sie sicher sind. Wartungsaufgaben werden allerdings teilweise auf Hausverwaltungen übertragen. „Dennoch wird das Ziel erreicht, kommunale Gebäude funktional, wirtschaftlich und dauerhaft gut nutzbar zu gestalten“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. maj