Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1249 / 12.11.2025

„Ich wand‘re durch Theresienstadt …“ – Musikalische Lesung und Zeitzeugengespräch über das Ghetto Theresienstadt in Segment#16 der Kongresshalle

„Ich wand’re durch Theresienstadt …“ – unter diesem Titel findet am Donnerstag, 20. November 2025, um 19 Uhr in Segment#16 in der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, Bayernstraße 100, eine musikalische Lesung statt. Der Abend erinnert an das unfassbare Leid, die Hoffnungen und die künstlerische Selbstbehauptung der in Theresienstadt inhaftierten Jüdinnen und Juden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Schicksalen damals junger Menschen.

Bei dieser Veranstaltung des Geschäftsbereichs Kultur der Stadt Nürnberg liest Schauspieler Roman Knižka Texte mit den Erinnerungen von Kindern und Jugendlichen, unter anderem von Edith Erbrich, Zvi Cohen, Leo Strauss, Jana Renée Friesová, Helga Hošková-Weissová, Hannelore Brenner-Wonschick und Gerty Spies.

Das Bläserquintett Opus 45 spielt neben Werken von Giuseppe Verdi und Bedřich Smetana auch Musik von Pavel Haas, Hans Krása, Viktor Ullmann und Gideon Klein. Diese bedeutenden Komponisten waren in Theresienstadt inhaftiert und wurden von den Nationalsozialisten ermordet; das Werk dieser hochbegabten Künstler geriet nach Ende des Zweiten Weltkriegs lange Zeit in Vergessenheit.

Nach der musikalischen Lesung wird Edith Erbrich über ihre Zeit in Theresienstadt berichten und Fragen aus dem Publikum beantworten. Die Zeitzeugin war sieben Jahre alt, als sie im Februar 1945 mit ihrem Vater und ihrer Schwester von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert wurde. Wie durch ein Wunder überlebten Edith Erbrich und ihre Familie. Sie kehrten nach der Befreiung des Ghettos Theresienstadt nach Frankfurt zurück.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, aber eine Anmeldung unter https://go.nuernberg.de/j5HhKJfn ist zwingend erforderlich. Ein wichtiger Hinweis für alle Besucherinnen und Besucher: Die Räume der Kongresshalle sind nicht beheizt, daher ist warme Kleidung unbedingt zu empfehlen.

Mehr über die Kongresshalle
Die Kongresshalle ist eines der größten erhaltenen Einzelbauwerke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Der Rohbau auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Südosten Nürnbergs stand – nach einer intensiven Nutzung als Lagerfläche – in den vergangenen Jahren größtenteils leer. Nun werden Teilstücke des unvollendeten Monumentalbaus dauerhaft für eine Kunst- und Kulturnutzung erschlossen. Mit den Ermöglichungsräumen für Kunst und Kultur sowie einer Spielstätte für das Staatstheater Nürnberg schafft die Stadt Nürnberg in der Kongresshalle einen neuen, einzigartigen Kulturort, der Aspekte der Erinnerungskultur und der Künste aufs Engste miteinander verbindet.

Alle Informationen zur künftigen kulturellen Nutzung der Kongresshalle finden sich unter nuernberg.de/internet/kongresshalle/.

Segment#16 – der provisorische Veranstaltungsraum im Kongresshallen-Rundbau
Seit 2023 hat der Geschäftsbereich Kultur der Stadt Nürnberg in Segment#1 des Kongresshallen-Rundbaus ein vielschichtiges Kunst- und Kulturprogramm präsentiert. Da Segment#1 wegen der fortschreitenden Bauarbeiten im Kongresshallen-Rundbau nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden kann, wurde das Segment#16 ertüchtigt, um weiterhin diverse künstlerisch und kulturelle Formate erproben zu können. Während Segment#1 im Arkadengeschoss an den vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände genutzten nördlichen Kopfbau angrenzt, liegt Segment#16 genau auf der gegenüberliegenden Seite des Kongresshallen-Rundbaus neben den Nürnberger Symphonikern.

Anfahrt Segment#16
Das Segment #16 befindet sich in der Kongresshalle, Bayernstraße 100, neben dem südlichen Kopfbau der Nürnberger Symphoniker und ist mit dem ÖPNV gut erreichbar (Haltestelle „Doku-Zentrum“, Straßenbahnlinien 6, 8 und 10; Buslinien 36, 45, 65). Besucherinnen und Besucher mit Pkw können die Stellplätze in der Schultheißallee oder den Parkplatz Meistersingerhalle (kostenpflichtig) nutzen.       ja