Nr. 1274 / 17.11.2025
Das Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) gibt am Sonntag, 30. November 2025, um 17 Uhr im Musiksaal in der Kongresshalle, Bayernstraße 100, ein Gastspiel in Nürnberg. Bei dieser Veranstaltung des Geschäftsbereichs Kultur der Stadt Nürnberg hat das Publikum erstmals die Chance, eines der bekanntesten Werke von Johann Sebastian Bach neu zu entdecken: Die „Goldberg-Variationen“ werden in einer Bearbeitung für Kammerorchester aufgeführt.
Die Instrumentierung für Kammerorchester stammt von Józef Koffler (1896-1944), dessen Karriere nach der Ausbildung am Musikkonservatorium in Warschau und einem Kompositionsstudium in Wien sehr erfolgreich startete. Von 1928 bis 1941 unterrichtete er am Konservatorium Lemberg, das damals zu Polen gehörte. Unter dem Druck der politischen Entwicklungen – einerseits der Aufstieg des Nationalsozialismus, andererseits die stalinistischen Säuberungen in der UdSSR – hörte Koffler auf zu komponieren und instrumentierte die Werke anderer Komponisten. 1944 wurden er und seine Familie von den Nationalsozialisten ermordet.
Zu Kofflers bekanntesten Bearbeitungen für Orchester zählen die „Goldberg-Variationen“. Im Zusammenspiel von Streichern und Holzbläsern lotet seine Instrumentierung neue Seiten von Bachs „Clavier-Uebung“ aus: Barocke Variationskunst trifft auf den Klangreichtum eines schlank besetzten Orchesters.
Das Jewish Chamber Orchestra Munich wurde 2005 von Daniel Grossmann gegründet. Unter seiner Leitung hat sich dieses Orchester zu einem international beachteten, professionellen Klangkörper auf musikalisch hohem Niveau entwickelt. Daniel Grossmann richtet den Fokus stets auf Projekte, die etwas mit dem Heute, Hier und Jetzt zu tun haben. Er kombiniert die Musik vergangener Epochen mit aktuellen Darstellungsformen und macht die Konzerte des JCOM zu eindrucksvollen Erlebnissen für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Dabei beschäftigt sich Daniel Grossmann in seinem gesamten Berufsleben mit der Frage, wie jüdische Kultur ihren Platz im kollektiven gesellschaftlichen Bewusstsein einnehmen kann.
Karten zum Preis von 22 Euro, ermäßigt 17,60 Euro beziehungsweise 11 Euro mit NürnbergPass, gibt es online unter https://go.nuernberg.de/MpHSuQBa im Vorverkauf. An der Abendkasse beträgt der Preis 25 Euro, ermäßigt 20 Euro. An der Abendkasse ist passend in bar zu zahlen. Eine Kartenzahlung ist nicht möglich. Die Tickets inkludieren ein Kombi-Ticket der VGN für die Hin- und Rückfahrt.
Anfahrt
Der Musiksaal in der Kongresshalle ist mit dem ÖPNV gut erreichbar (Haltestelle „Doku-Zentrum“, Straßenbahnlinien 6, 8 und 10; Buslinien 36, 45, 65). Besucherinnen und Besucher mit Pkw können die Stellplätze in der Schultheißallee oder den Parkplatz Meistersingerhalle (kostenpflichtig) nutzen. ja