Nr. 1313 / 27.11.2025
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung stellt Historikerin Katrin Kasparek, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bezirks Mittelfranken, die neuesten Rechercheerkenntnisse über die „Euthanasie“ der Nationalsozialisten in den mittelfränkischen Heil- und Pflegeanstalten vor. Sie spricht am Mittwoch, 3. Dezember 2025, um 18 Uhr im Auditorium des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, Bayernstraße 110. Die Veranstaltung wird in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Ursprünglich als Orte zum Wohl der Kranken errichtet, waren im Nationalsozialismus auch die Heil- und Pflegeanstalten in Erlangen und Ansbach Orte der Vernichtung: Mehrere Tausend Opfer wurden im Rahmen der Aktion „T4“ über die mittelfränkischen Heil- und Pflegeanstalten in Gasmordanstalten deportiert oder vor Ort in der Kinderfachabteilung in Ansbach und auf den Erwachsenenabteilungen durch Medikamentengabe, Vernachlässigung und Nahrungsentzug ermordet. Der Vortrag gibt Einblicke in die Abläufe des Krankenmords bis hin zur Strafverfolgung nach 1945 und zeigt die Relevanz auf, die das Thema für die Familien der Opfer wie auch für medizinethische Fragen der Gegenwart hat.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung per E-Mail an dokumentationszentrum@stadt.nuernberg.de oder unter Telefon 09 11 / 2 31-75 38 wird empfohlen. ja