Ob Nachbarschaftstreff, Begegnungsraum oder Graffitikunstwerk – auch im fünften Jahr ihres Bestehens haben die „Möglichkeitsräume“ eine große Bandbreite an unterschiedlichen Projekten unterstützt. Das städtische Programm fördert soziale, ökologische und kulturelle Nachbarschaftsideen im öffentlichen Raum. Dafür stellt die Stadt seit 2021 Finanzmittel von jährlich 50 000 Euro zur Verfügung. Ein Bericht über die Aktivitäten im Jahr 2025 stand im Stadtplanungsausschuss am Donnerstag, 18. Dezember 2025, auf der Tagesordnung.
„Insgesamt waren es 14 Projekte, die 2025 in einer Spanne zwischen 1 020 Euro und 5 000 Euro Zuwendungen über das Förderprogramm erhalten haben. Räumliche Schwerpunkte der Förderung waren die Südstadt, Gostenhof und die Altstadt“, betont Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. So zum Beispiel die Entstehung eines nachbarschaftlichen Treffpunkts in der Werderau: Unter der Regie des Bürgervereins Nürnberg Werderau Marterlach e. V. wurde im Juli 2025 ein bis dahin nur wenig beachtetes Stück Verkehrsgrün in einen Begegnungsort mit Sitzgruppe und Hochbeeten verwandelt. Mit der Umgestaltung der Fläche, die als Gemeinschaftsaktion von Mitgliedern des Bürgervereins und Anwohnenden aus dem Quartier umgesetzt wurde, steht den Menschen im Stadtteil nun ein attraktiver Raum zur Verfügung, an dem sie ungezwungen zusammenkommen können.
Auch der Begegnungsraum der Kirchengemeinde St. Ludwig in Gibitzenhof, der partizipative Naturgarten in Gebersdorf oder die Klimaoase des Urban Lab auf dem Vorplatz der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche zählen zu den 2025 erfolgreich geförderten Projekten. Wie in den Jahren zuvor waren auch Angebote für Menschen mit kreativen und gestalterischen Interessen im Spektrum der unterstützten Projekte. Beispiele hierfür sind die gemeinsam von GOkultur e. V. und Kunstrampe36 durchgeführten Workshops zu „Homo Sapiens – Freak of Nature“ oder das Mitmach-Projekt „SDG go local – Bunte Wände für Nachhaltigkeit“.
Mit den „Bunten Wänden für Nachhaltigkeit“ verfolgt der Verein Bluepingu e. V. das Ziel, in Nürnberg zu jedem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ein Street Art- beziehungsweise Graffitikunstwerk zu gestalten. Als optische Stolpersteine im öffentlichen Raum sollen die entstehenden bunten Wände eine Begegnung und Auseinandersetzung mit den Zielen der Nachhaltigkeit ermöglichen. Als bereits siebtes Projekt wurde 2025 das Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 „Arbeit und Wachstum“ an einem städtischen Gebäude in der Köhnstraße umgesetzt. Angeleitet durch die Künstlerin Marissa Herzog haben sich viele Menschen an der Wandgestaltung beteiligt.
Mit einem auf 30 000 Euro reduzierten Gesamtbudget kann das Förderprogramm auch im Jahr 2026 wieder Projektideen zur Umsetzung verhelfen. Bis zu 3 000 Euro können als Fördersumme für ein Projekt zur Verfügung gestellt werden. maj
Weitere Informationen zu den „Möglichkeitsräumen“ online unter
www.nuernberg.de/internet/stadtplanung/moeglichkeitsraeume.html