Nr. 1400 / 18.12.2025
Mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte stellt die Stadt Nürnberg die Weichen für eine moderne, leistungsfähige und klimafreundliche Abwasserreinigung. Die entsprechende Planung zur Modernisierung, auch als Strukturplanung bezeichnet, für das Klärwerk 1 in Nürnberg-Muggenhof ist jetzt abgeschlossen und bildet die Grundlage für eine umfassende Erneuerung und Weiterentwicklung der Anlage bis ins Jahr 2058. Das Klärwerk 1 bleibt damit ein zentraler, zuverlässiger Baustein der nachhaltigen Daseinsvorsorge der Stadt Nürnberg.
Bereits am 17. Dezember 2019 beschloss der für die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun) zuständige Werkausschuss des Stadtrats eine Planung mit dem Ziel einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung des Klärwerks 1 zu beauftragen. Die Planungsleistungen wurden am 9. April 2021 an das Ingenieurbüro Miller vergeben – nun liegen die Ergebnisse vor.
Umfassende Modernisierung im laufenden Betrieb
Auslöser des Planungsauftrags war die notwendige Erneuerung alter und abgenutzter Bauwerke. So sind die Vorklärbecken seit etwa hundert Jahren im Einsatz. Neben baulichen Aspekten mussten auch verfahrenstechnische, energetische und betriebliche Herausforderungen berücksichtigt werden. Der Gesamtplan sieht insbesondere Maßnahmen zum Neubau der Vorklärung, den Bau einer einstufigen biologischen Reinigung und die Errichtung einer vierten Reinigungsstufe zur weitergehenden Spurenstoffentfernung von Arzneimittelrückständen oder Krankheitserregern vor.
Britta Walthelm, Erste Werkleiterin von Sun und Referentin für Umwelt und Gesundheit, betont: „Unsere Planung verfolgt drei zentrale Leitziele. Erstens wollen wir eine wirklich zukunftssichere Infrastruktur schaffen mit hoher Anlagenverfügbarkeit, niedrigeren Betriebskosten, mehr Digitalisierung sowie verbessertem Hochwasserschutz und gesteigerter Klimaresilienz. Zweitens erfüllen wir konsequent die gesetzlichen Anforderungen: von der EU-Kommunalabwasserrichtlinie über die Vorbereitung der Phosphorrückgewinnung bis hin zu unserem Beitrag für eine energieneutrale Abwasserreinigung. Und drittens stärken wir ganz bewusst die Klimarelevanz, indem wir auf klimaneutralen Betrieb, intelligente Sektorkopplung, hohe Energieeffizienz und die klare Reduzierung klimarelevanter Emissionen setzen.“
Die Planung berücksichtigt entscheidende Rahmenbedingungen. Neben der Lage des Klärwerks sind dies vor allem die Bautätigkeiten im laufenden Betrieb und begrenzte Platzverhältnisse auf dem Gelände. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Klärwerk energetisch zu optimieren, die Großwärmepumpe der N-Ergie zu intergrieren, Flächen für Möglichkeiten der Klärschlammbehandlung zu schaffen sowie die Anlagenkapazität zu erhöhen, um das Klärwerk 2 letztendlich auflassen zu können. Zudem wurden Anforderungen an die Betriebssicherheit und die Vorgaben der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) einbezogen. Unter diesen Leitlinien wurden alle Bauwerke bemessen, vorbeplant und optimal auf dem bestehenden Gelände angeordnet.
Die geplante Bauabfolge ermöglicht flexible Bauabläufe bei laufendem Betrieb. Die Strukturplanung stellt sicher, dass das Klärwerk 1 als zentrale infrastrukturelle Einrichtung ausreichend Kapazitäten für die Behandlung der Abwässer der Einwohner und Industrie langfristig gesetzeskonform, leistungsfähig und klimafreundlich zur Verfügung stellen kann. Insgesamt werden in den kommenden 30 Jahren bis 2058 Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in Euro erforderlich sein. let