Nr. 32 / 14.01.2026
Die Stadt Nürnberg hat vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Staatsminister Dr. Wolfram Weimer, eine Zusage im Rahmen des Bundesförderprogramms zur Förderung von Projekten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur erhalten. Aus diesem Programm stehen für die Erweiterung der Dauerausstellung des Memoriums Nürnberger Prozesse 750 000 Euro Bundesmittel zur Verfügung.
Oberbürgermeister Marcus König dankt für die Unterstützung: „Die Bundesförderung ist ein starkes Signal für Nürnberg. Ich danke dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie allen Fördergebern ausdrücklich für ihr Vertrauen. Gemeinsam ermöglichen wir, dass der historische Ort der Nürnberger Prozesse zeitgemäß weiterentwickelt und für kommende Generationen noch eindrücklicher erfahrbar wird.“
Zusammen mit dem Eigenanteil der Stadt Nürnberg in gleicher Höhe kann damit in den Jahren 2027 bis 2029 der seit Langem geplante Ausbau des Museums um rund 635 Quadratmeter im zweiten Obergeschoss realisiert werden. Perspektivisch soll auf diesen ersten Schritt eine Überarbeitung der bestehenden Dauerausstellung im dritten Obergeschoss folgen.
Durch eine Vereinbarung zwischen der Stadt Nürnberg und dem Freistaat Bayern kann die Dauerausstellung des Memoriums Nürnberger Prozesse auf die Räume rund um den Saal 600, den historischen Ort der Nürnberger Prozesse, im Ostbau des Nürnberger Justizpalasts ausgeweitet werden. Nach der bereits erfolgten Zusage für die Baukosten seitens des Staatsministeriums für Justiz des Freistaats Bayern sind nun auch die Kosten für die Gestaltung der Erweiterung und neuer Ausstellungsteile gesichert.
Die Pläne zur Erweiterung der Dauerausstellung umfassen eine inhaltliche Ausdehnung auf die Geschichte des modernen Völkerstrafrechts, das von Nürnberg ausging und für das Nürnberg einer der bedeutendsten Orte weltweit ist. Sie umfassen zudem eine neue museale Herangehensweise wie einen zeitgemäßen Zugang zu dem historischen Ereignis, der eine lokal- und alltagsgeschichtliche sowie biografische Elemente aufnimmt. Ergänzt wird die Ausstellung ebenfalls um inklusive sowie partizipative Elemente.
Die Erweiterung wird somit die einzige museale Stätte in Deutschland schaffen, die über die Geschichte des modernen Völkerstrafrechts sowie seine herausfordernde Praxis aufklärt. Zugleich hebt sie den dadurch verwirklichten zivilisatorischen Fortschritt und die menschheitsgeschichtliche Errungenschaft hervor, die von Nürnberg aus ihren Weg in die Welt nahm. Dies wird nachhaltig durch erweiterbare Vermittlungsmedien geschehen, die ein „lebendiges Museum“ schaffen sollen, das auch auf neue Entwicklungen reagieren kann.
Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner: „Das Memorium Nürnberger Prozesse ist ein zentraler Ort der demokratischen Erinnerungskultur weit über Nürnberg hinaus. Die Erweiterung stärkt die Auseinandersetzung mit Verantwortung, Menschenrechten und Völkerstrafrecht – und macht deren Bedeutung für unsere Gegenwart und unser Zusammenleben noch sichtbarer.“
Dr. Thomas Eser, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg: „Mit der Förderzusage des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien hat unser Memorium jetzt freie Bahn, die Ausstellungserweiterung umzusetzen. Für das dortige Team ist das eine tolle Bestätigung seiner Arbeit, trotz schwierigster Haushaltslagen allerorten. Und für die künftigen Besucherinnen und Besucher wird die Erweiterung einen echten Erfahrungszugewinn bedeuten. Erstmals wird auch das auratische Beratungszimmer der Richter beim Internationalen Strafgerichtshof zum Rundgang gehören." ja