Nr. 96 / 28.01.2026
Der Stadtrat hat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am heutigen Mittwoch, 28. Januar 2026, den Weg für eine Übernahme der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik durch das Klinikum Nürnberg freigemacht. Einmütig stimmten die Stadträtinnen und Stadträte der Integration zum 1. Januar 2027 zu.
Grundlage – und Voraussetzung – für diese Entscheidung ist ein positives Sanierungsgutachten unabhängiger Wirtschaftsprüfer für das Gesamtunternehmen Diakoneo, das Diakoneo als Eigentümerin der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik in Auftrag gegeben hatte. Dies liegt nun vor und bestätigt die Sanierungsfähigkeit des Gesamtunternehmens Diakoneo.
„Die unabhängigen Wirtschaftsprüfer haben, wie erwartet, unseren Kurs bestätigt. Mit dem Beschluss des Rats ist der Weg für die Übernahme der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik mit 900 Beschäftigten und 265 Betten durch das Klinikum Nürnberg frei. Damit wird die bestmögliche Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Familien in Nürnberg und der Region weiter gesichert. Dazu zählen rund 3 000 Geburten im Jahr und weit mehr Behandlungen, die ein unverzichtbarer Baustein unserer Gesundheitsversorgung sind“, betont Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König.
Nachdem die Bestätigung durch die Wirtschaftsprüfer vorliegt und der Nürnberger Stadtrat entschieden hat, beginnen das Klinikum und Diakoneo mit der Vorbereitung des Übergangs. Die komplette Integration in das Klinikum soll dann mit dem nahtlosen Übergang ab 1. Januar 2027 stattfinden. Bis dahin bleibt das Haus in der Trägerschaft und Verantwortung von Diakoneo.
„Die Übernahme erfolgt in einer Phase großer wirtschaftlicher Herausforderungen für kommunale Kliniken. Auch Nürnberg wird mit Millionen aus dem Stadthaushalt Verantwortung übernehmen, um die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Das tun wir bewusst und aus Überzeugung. Klar ist aber auch: Dauerhafte Hilfen aus den Kommunen dürfen nicht zur Regel werden. Bund und Land müssen endlich ihrer Verantwortung nachkommen und für eine verlässliche, auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser sorgen“, sagt Stadtkämmerer Thorsten Brehm.
Durch die Übernahme entsteht bundesweit eine der größten Geburtskliniken und einer der größten Versorger in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kinder- und Jugendchirurgie. „Die geplante Integration eröffnet neue Chancen, das medizinische Leistungsangebot beider Standorte zum Wohl der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Wir freuen uns, dass wir den Beschäftigten in der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik eine verlässliche Zukunftsperspektive bieten können. Gemeinsam werden beide Einrichtungen auch überregional an Bedeutung und Attraktivität gewinnen“, erläutert Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg.
„Das positive Gutachten bestätigt unseren eingeschlagenen Sanierungskurs vollumfänglich und macht nun den Weg frei für eine positive und langfristige Perspektive der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik und ihre Mitarbeitenden. Damit bleibt die Gesundheitsversorgung in der Metropolregion auch weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet“, betont Ina Strickstrock, Vorständin Personal und Unternehmensentwicklung von Diakoneo.
Die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik und das Klinikum Nürnberg als Maximalversorger haben beide einen wichtigen Anteil an der Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen sowie Schwangeren in der Metropolregion Nürnberg: In der Geburtshilfe betreuen beide Häuser jeweils rund 3 000 Geburten pro Jahr und sind mit ihren Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) auch auf Risikoschwangerschaften spezialisiert. In den Bereichen Neonatologie, Kinderchirurgie und Pädiatrie behandelt jedes Haus insgesamt rund 7000 stationäre Patienten pro Jahr.
Zudem werden in der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik auch Patientinnen und Patienten in weiteren Fachbereichen medizinisch versorgt. Dazu zählen unter anderem die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Gastroenterologie sowie Anästhesie und Intensivmedizin. fra