Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 99 / 29.01.2026

Flughafen Nürnberg: Weniger Nachtfluglärm durch höhere Gebühren

Die Fluglärmkommission Nürnberg setzt sich für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Fluglärm ein. Sie berät die zuständigen Behörden zu allen Fragen rund um Lärmschutz im Umfeld des Nürnberger Flughafens. Die Kommission hat am Montag, 26. Januar 2026, am Flughafen getagt. Zentrales Thema war ein Bericht der Deutschen Flugsicherung. Darin ging es um die Frage, ob An- und Abflugrouten erneut verlegt werden könnten und welche Auswirkungen das hätte. Dabei wurde im komplexen Wechselspiel von Sicherheit, nächtlichem Ruhebedürfnis der Anwohnenden und deren unterschiedlich intensiven Betroffenheiten deutlich, dass die bisherigen Veränderungen durchaus wirksam waren. Diese Effekte werden jedoch teilweise durch die steigende Zahl von Flugbewegungen wieder abgeschwächt.

Für die Zukunft fordert die Fluglärmkommission eine noch dezidiertere Entgeltgestaltung, die den Anreiz weiter erhöht, entweder mit sehr modernen, leisen Maschinen zu fliegen oder am besten die Kernnacht gleich ganz auszulassen. Einigkeit bestand darin, dass Notfall- und Ausweichflüge notwendig und daher akzeptabel sind. Moderne Flugzeuge sind deutlich leiser als ältere Modelle. Trotzdem empfinden viele Anwohnerinnen und Anwohner vor allem in der Nacht im Sommer weiterhin eine starke Belastung. Grund dafür ist vor allem die zunehmende Anzahl der Flüge. Eine erneute Änderung der Flugrouten würde die Lärmbelastung vor allem räumlich verschieben. Insgesamt bliebe die Zahl der betroffenen Menschen jedoch etwa gleich.

Die Kommission besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Nürnberg und der angrenzenden Städte und Gemeinden. Außerdem sind das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Verkehrsministerium, Fluggesellschaften, die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, die Flughafen Nürnberg GmbH als Betreiber sowie die Bundesvereinigung gegen Fluglärm beteiligt.

Neben leiseren Flugzeugen spielt die Entgeltordnung des Flughafens eine wichtige Rolle. Das zeigen Lärmauswertungen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Inzwischen erhebt der Flughafen deutlich höhere Gebühren für nächtliche Abflüge mit älteren, lauteren Flugzeugen. „Die Zusagen aus den vorherigen Sitzungen werden vom Flughafen Stück für Stück eingelöst“, so Nürnbergs Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich und scheidender Vorsitzender des Gremiums. Zum 1. Mai 2026 übernimmt dessen bisheriger Stellvertreter, Dr. Udo Raab von der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, den Vorsitz.

„Stadt und Umlandgemeinden stehen zum Flughafen. Er dient der überregionalen Mobilität der ganzen Metropolregion und ist aus dem Verkehrssystem nicht wegzudenken. Aber er verursacht unstrittig gerade nachts Lasten. Der in der bisherigen Beschlussfassung eingeforderte Plan zur Minimierung der Nachtflüge steht weiter ganz oben auf der Liste“, so Ulrich weiter. „Ich bin mir sicher, dass da noch ein Stück Weg zu gehen ist. Ich sehe jedoch, dass der Flughafen ernsthaft daran arbeitet, Gebührenmodell und flugplanerische Ansätze soweit wie irgend möglich im Sinne eines nochmals verbesserten Lärmschutzes zu optimieren."