Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 122 / 02.02.2026

Erweiterung der U-Bahn-Linie U3

Die Arbeiten am neuen U-Bahn-Tunnel der Linie U3 in Richtung Gebersdorf kommen gut voran. Die Rohbauarbeiten wurden bereits 2024 abgeschlossen. Momentan laufen die Ausbauarbeiten an den U-Bahnhöfen Kleinreuth bei Schweinau und Gebersdorf sowie am Betriebshof und der Abstellanlage. Die Inbetriebnahme der neuen, rund zwei Kilometer langen Strecke ist voraussichtlich für Ende 2027 geplant.

Oberbürgermeister Marcus König: „Der Bau der U-Bahn-Linie U3 bis Gebersdorf ist ein starkes Signal für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt. Ein attraktiver, leistungsfähiger Nahverkehr ist das Rückgrat einer lebenswerten Metropole. Mit der U3 binden wir die Stadtteile Gebersdorf und Kleinreuth sowie das entstehende Quartier ‚Tiefes Feld‘ an das moderne, sichere und zuverlässige Nürnberger U-Bahn-Netz an. Damit investieren wir nicht nur in Infrastruktur, sondern ganz konkret in Lebensqualität und Zukunftschancen für die kommenden Generationen.“

Der neue U-Bahnhof Kleinreuth entsteht im Bereich „Tiefes Feld“ im Stadtteil Kleinreuth bei Schweinau. Künftig wird er zentral zwischen den beiden Fahrbahnen der geplanten Rothenburger Straße liegen. Eine besondere Herausforderung in diesem Bauabschnitt war, dass die Baustelle weder an Wasser noch an Strom angeschlossen war. Der Grund: Sie lag auf einem bislang unerschlossenen Gelände – einer klassischen „Grünen Wiese“.

Für die Gestaltung des Bahnhofs wurde das Thema Astronomie gewählt. Auf der Bahnsteigebene sind farbige Linien- und Grafikmotive geplant, die sogenannte Fraunhoferlinien darstellen. Sie ermöglichen es, die Eigenschaften der Sterne abzulesen. An den Aufgängen wird zudem ein Porträt des Astronomen und Mediziners Nikolaus Kopernikus als Fotobeton umgesetzt.

Der zukünftige Endbahnhof der U3, der U-Bahnhof Gebersdorf, entsteht auf dem ehemaligen „Sandäckerareal“ im Südwesten Nürnbergs. Der Standort markiert eine bedeutende Nahtstelle zu den angrenzenden Flächen der Stadt Nürnberg und des Landkreises Fürth. Neben dem Bahnhof entstehen dort auch eine Abstellanlage und eine Wendeanlage. Eine technische Besonderheit war der Bau der Gleise als Schottergleise – normalerweise werden U-Bahn-Gleise auf einer festen Fahrbahn aus Stahlbeton montiert. Da eine Ausführung mit Schottergleisen jedoch kostengünstiger ist, wird diese Variante bei Abstellanlagen und Wendeanlagen auf Grund der geringen Betriebsgeschwindigkeiten der U-Bahnen gewählt.

Die Besonderheit des Gesamtprojekts war der Tunnelvortrieb unter einer bestehenden Bahnstrecke sowie unter dem Main-Donau-Kanal. Diese Arbeiten konnten wie geplant und ohne Schwierigkeiten abgeschlossen werden. Der Rohbau des Projekts wurde Anfang 2024 fertiggestellt. Seit 2025 laufen der Einbau der Gleise und der Stromschiene sowie die ersten Ausbauarbeiten, von denen viele aktuell noch im Gange sind. Die Sanitärinstallationen und die Dachabdichtungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. Als Nächstes folgen am Bahnhof Kleinreuth die Installation der Beleuchtung, der Einbau der Akustikdecke sowie Stahl- und Glasarbeiten an den Aufgängen und am Aufzug. Im Bahnhof Gebersdorf stehen als nächste Schritte der Einbau der Fahrtreppen sowie die Bodenbelagsarbeiten auf dem Bahnsteig und in den Treppenaufgängen an.

„Wir freuen uns sehr, wenn die U-Bahn-Linie U3 bis Gebersdorf fahren kann. Dann kann die U3 ihr Potenzial nochmal mehr zeigen. Wir sind uns sicher, dass nochmals mehr Fahrgäste auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen“, ist Tim Dahlmann-Resing, Sprecher der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft, überzeugt. „Wir starten Ende des Jahres mit dem Testbetrieb.“

Die Gesamtkosten betragen rund 204,7 Millionen Euro. Für die Finanzierung des Projekts wurde eine Förderung nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFVG) des Bundes und dem Bayerischen ÖPNV Gesetz (BayÖPNVG) bewilligt. Das Projekt wird durch den Bund und den Freistaat Bayern mit insgesamt rund 110,1 Millionen Euro bezuschusst.   maj

1 Anhang