Nr. 129 / 04.02.2026
Nürnbergs Grünflächen tragen wesentlich zur Lebensqualität, zur Klimaanpassung und zur biologischen Vielfalt bei. In der Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch, 4. Februar 2026, stellte Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, den aktuellen Bericht „Stadtgrün“ vor.
„Nürnberg verfügt über wertvolle Grünstrukturen und hat in den vergangenen Jahren viel erreicht. Gleichzeitig bleibt es unsere Aufgabe, bestehende Grünflächen zu sichern, neue Flächen zu entsiegeln und besonders in dicht bebauten Stadtteilen mehr Grün zu schaffen. Stadtgrün ist dabei weit mehr als ein schöner Anblick: Es ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Klimaanpassung und sozialen Zusammenhalt sowie für eine klimaresiliente und lebenswerte Stadt“, betont Britta Walthelm.
Seit 2024 gilt die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, die eine systematische Erfassung von Grünflächen und Baumüberschirmung vorsieht. In Nürnberg umfasst Stadtgrün gestaltete Parks, naturnahe Bereiche, private Gärten und öffentliche Anlagen. Dazu gehören 589 Hektar öffentliche Grün- und Parkanlagen, 83 Hektar Spielplätze, 2 812 Hektar Wald sowie 3 162 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Insgesamt machen Freiflächen mit 9 073 Hektar 48,7 Prozent des Stadtgebiets aus.
Eine aktuelle städtische Luftbildanalyse zeigt, dass rund 45 Prozent der Gesamtstadt vegetationsüberdeckt sind. Die Werte reichen von etwa zehn Prozent in Tafelhof bis zu 80 Prozent in Buchenbühl. Der Baumüberschirmungsgrad, also wie stark die Baumkronen die Fläche überdecken, liegt bei rund 20 Prozent, innerhalb der Siedlungsflächen bei etwa 13 Prozent. Überschlägig gibt es in Nürnberg mindestens 500 000 Bäume im Siedlungsgebiet, Waldflächen nicht einbezogen. Von diesen Bäumen sind 270 000 auf öffentlichen Flächen zu finden. Im Vergleich zu anderen Städten weist Nürnberg einen hohen Versiegelungsgrad auf, während in den vergangenen Jahren nur im moderaten Umfang neue Flächen in Anspruch genommen wurden.
Seit 2020 hat die Stadt zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Grünflächen zu sichern und weiterzuentwickeln. Über die Bauleitplanung wurden 22,6 Hektar öffentliche Grünflächen und 2,2 Hektar Spielflächen gesichert, das heißt, sie können nicht mehr bebaut werden. Zusätzlich entstanden 18,4 Hektar neue Grünflächen und 3,5 Hektar neue Spielflächen durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg. Weitere Projekte wurden im Rahmen des Masterplans Freiraum, der Stadterneuerung und der Vorbereitung der urbanen Landesgartenschau 2030 vorangebracht. Dennoch bestehen besonders innerhalb des Mittleren Rings weiterhin Defizite, die gezielt angegangen werden müssen. let