Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 130 / 04.02.2026

Urban Gardening in Nürnberg: grüne Oasen, soziale Treffpunkte und Bildung für eine lebenswerte Stadt

Nürnberg setzt auf Urban Gardening: Gemeinschaftliche Gärten leisten einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz, Biodiversität, soziale Teilhabe und Bildung in der Stadt. Sie verwandeln Brachflächen und versiegelte Räume in lebendige grüne Oasen, fördern ökologische Anbaumethoden und schaffen Orte der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft. Mehr als 20 Projekte sind inzwischen im Gartennetzwerk Nürnberg organisiert – von Nachbarschafts- und interkulturellen Gärten über Bildungsprojekte bis hin zur „Essbaren Stadt“.

In der Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch, 4. Februar 2026, berichtete Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, über Urban-Gardening-Ansätze in Nürnberg: „Als Stadt Nürnberg unterstützen wir Urban-Gardening-Projekte unter anderem über den Agenda-21-Fonds sowie das Förderprogramm ‚Möglichkeitsräume‘ des Stadtplanungsamts. Die erste Anlaufstelle für neue Initiativen ist das Bluepingu-Projekt ‚Essbare Stadt‘. Als Referat für Umwelt und Gesundheit unterstützen wir bei den notwendigen Schritten innerhalb der Verwaltung.“

Urban Gardening umfasst gemeinschaftliche Formen des Gärtnerns im städtischen Raum. Neben dem Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern stehen ökologische Bewirtschaftung, Biodiversitätsförderung und gemeinschaftliche Selbstorganisation im Mittelpunkt. Gemeinschaftsgärten gelten als Orte der Integration, Demokratiebildung und Gesundheitsförderung und werden im Fachdiskurs als „Draußen-Stadtteilzentren“ beschrieben.

Der Stadtgarten von Bluepingu, Nürnbergs ältester urbaner Gemeinschaftsgarten, besteht seit über zehn Jahren. Weitere Leuchtturmprojekte sind die „Essbare Stadt Nürnberg“ mit frei zugänglichen Hochbeeten im öffentlichen Raum, der Weltacker am Westpark als Bildungsprojekt zu globaler Gerechtigkeit sowie die „WiSo Oase“ der Friedrich-Alexander-Universität, ausgezeichnet mit dem Nürnberger Umweltpreis 2024. Auch historische und naturnahe Orte wie der Große Klosterhof des Germanischen Nationalmuseums oder der Zwinger am Spittlertorgraben werden erfolgreich in urbane Gartenkonzepte eingebunden.

Urban Gardening ist fest in der Nürnberger Umweltbildung verankert. Zahlreiche Schulen – von Grund- und Mittelschulen bis hin zu Gymnasien und beruflichen Schulen – nutzen Schulgärten, Hochbeete, Dachgärten und „grüne Klassenzimmer“ als praxisnahe Lernorte. Auch Kindertageseinrichtungen ermöglichen frühkindliche Natur- und Umwelt­erfahrungen durch Pflanzbeete, Obstbäume und Gartenprojekte. Ergänzt wird dies durch außerschulische Lernorte wie den Weltacker Nürnberg und Angebote der Energie- und Umweltstation.

Während der urbanen Landesgartenschau Nürnberg 2030 soll gemeinschaftliches Gärtnern eine wichtige Rolle spielen. Geplant sind partizipative Gartenprojekte unter anderem im Stadtgraben, in der Südstadt und auf innerstädtischen Plätzen. Um die Potenziale weiterzuentwickeln, schlägt das Referat für Umwelt und Gesundheit die Durchführung eines Nürnberger Gartenkongresses vor.

„Urban Gardening ist in Nürnberg längst mehr als ein Trend: Es ist ein zentraler Baustein für eine klimaresiliente, soziale und lebenswerte Stadt. Die gezielte Stärkung dieser Initiativen eröffnet große Chancen, sei es ökologisch, gesellschaftlich wie auch stadtplanerisch“, sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit.    let