Nr. 179 / 19.02.2026
Ein außergewöhnliches Kunstwerk bereichert erneut das Nürnberger Stadtbild: Die Videoprojektion „The Only Male Geisha“ (2012) der Künstler Hans Diernberger und Will Saunders wird seit einigen Tagen wieder auf den Frauentorturm projiziert. Nach ihrer erstmaligen Präsentation in der Ausstellung „Who’s Afraid of Stardust. Positionen queerer Gegenwartskunst“ im Kunsthaus Nürnberg und in der Kunsthalle Nürnberg (2023/2024) ist die Arbeit nun auf Vorschlag des Beirats für bildende Kunst und auf Beschluss des Kulturausschusses des Stadtrats als dauerhaftes Werk im öffentlichen Raum zu sehen.
Die Videoprojektion zeigt die Verwandlung des jungen Japaners Einosuke Hirose in die männliche Geisha Eitaro Matsunoya – das Schminken, Ankleiden und die performative Transformation. Unabhängig von tradierten Geschlechterrollen führt er die Geisha-Tradition fort und tritt regelmäßig als Eitaro auf. In Japan ist er ein Medienstar und gilt derzeit als einziger männlicher Geisha-Künstler des Landes.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleiteten Diernberger und Saunders den Künstler und entwickelten daraus eine poetische Videoinstallation. Im Loop zeigt das Werk abwechselnd die tanzende Geisha sowie den verlangsamten Prozess der Verwandlung – Mann und Frau als fließende Identitäten. Die Projektion wird jahreszeitlich angepasst bei Dunkelheit bis Mitternacht auf den Frauentorturm übertragen. Aktuell ist sie täglich von 17.30 Uhr bis 24 Uhr zu sehen. Im Rahmen des Symposion Urbanum Nürnberg wurde die Arbeit auf Vorschlag des Beirats für Bildende Kunst von der Stadt Nürnberg angekauft.
Mit der dauerhaften Präsentation von „The Only Male Geisha“ setzt die Stadt Nürnberg ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, künstlerische Freiheit und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Fragestellungen im öffentlichen Raum. jos