Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 208 / 26.02.2026

Digitales Pilotprojekt für besseres Baustellenmanagement

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) testet in einem dreijährigen Pilotprojekt eine neue Software zur digitalen Unterstützung des Baustellenmanagements. Am heutigen Donnerstag, 26. Februar 2026, haben Oberbürgermeister Marcus König, Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel sowie Sasan Amini vom Software-Hersteller Transcality den Vertrag über das Pilotprojekt unterzeichnet. Das digitale Werkzeug soll das Baustellenmanagement weiter optimieren und die Auswirkungen von Baustellen auf den Verkehr im öffentlichen Raum frühzeitig transparenter machen.

Sör koordiniert jedes Jahr zahlreiche Straßenbauvorhaben im Stadtgebiet. Ziel ist es, notwendige Arbeiten an Straßen, Brücken und Leitungen sowie eine große Anzahl privater Baustellen möglichst effizient zu planen und die Belastungen für Verkehrsteilnehmende sowie Anwohnerinnen und Anwohner so gering wie möglich zu halten. Die nun eingesetzte Software unterstützt dabei, komplexe Zusammenhänge im Verkehrsnetz digital abzubilden und unterschiedliche Szenarien im Vorfeld zu simulieren.

Das System analysiert unter anderem Verkehrsströme, geplante Maßnahmen und zeitliche Abläufe. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Bauphasen durchspielen und ihre Auswirkungen auf den Verkehr prognostizieren. Zudem können Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projekten besser erkannt und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. So entsteht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung.

Oberbürgermeister Marcus König betont die strategische Bedeutung des Projekts: „Nürnberg setzt konsequent auf Innovation in der öffentlichen Verwaltung und wird seit Jahren für seine Digitalisierungsmaßnahmen immer wieder ausgezeichnet. Wenn wir mithilfe KI-unterstützter Werkzeuge Bauabläufe besser abstimmen können, profitieren davon vor allem die Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft unserer Stadt. Wir gehen diesen Weg mit Nachdruck und nutzen moderne Technologien dort, wo sie konkret weiterhelfen.“

Auch Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel sieht in dem Pilotprojekt einen wichtigen Schritt: „Sör verfügt bereits heute über ein gut organisiertes Baustellenmanagement. Die große Herausforderung ist jedoch die hohe Zahl von bis zu 12 000 Einzelmaßnahmen pro Jahr, von denen sich rund 3 000 auf den Hauptverkehrsachsen wiederfinden. Mit Simulationen anhand eines digitalen Zwillings der Stadt können wir Szenarien frühzeitig durchspielen, Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen. So halten wir die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmende möglichst gering.“

Sasan Amini, Co-Founder von Transcality, zeigt die Möglichkeiten des neuen Programms auf: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg. Mit unserem digitalen Verkehrszwilling können die Mitarbeiter der Stadt die Auswirkungen geplanter Baustellen und Netzänderungen realistisch simulieren, Engpässe frühzeitig erkennen und Maßnahmen effizient koordinieren. So helfen wir, den Verkehr in Nürnberg flüssig zu halten und negative Auswirkungen auf Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt zu minimieren.“

Transcality entwickelt webbasierte digitale Städteduplikate für eine intelligente, vorausschauende Verkehrsplanung und modernes Verkehrsmanagement. Mit fundiertem Know-how in der Verkehrsflussmodellierung erstellt Transcality digitale Zwillinge ganzer Straßennetze, auf deren Grundlage Städte und Verkehrsbehörden die Auswirkungen geplanter Baustellen oder Netzänderungen einfach und schnell simulieren können.

Während der dreijährigen Pilotphase wird Sör die Software intensiv testen und die gewonnenen Erkenntnisse auswerten. Ziel ist es, Abläufe im Baustellenmanagement weiter zu verbessern, Planungen noch genauer aufeinander abzustimmen und die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten. Über eine mögliche dauerhafte Einführung wird nach Abschluss der Testphase entschieden.    tom

1 Anhang