Nr. 205 / 25.02.2026
In seiner Sitzung am heutigen Mittwoch, 25. Februar 2026, hat der Stadtrat den aktuellen Bericht zur IT-Strategie „Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter“ beraten. Im Februar 2017 fiel der einstimmige Beschluss, für alle Nürnberger Schulen mit einer pädagogisch und strukturell abgestimmten Strategie zu verfahren. Nun, neun Jahre später, zieht das Referat für Schule und Sport eine umfassende Bilanz – und richtet zugleich den Blick auf die zukünftige dauerhafte Finanzierung der Schul-Informationstechnologie.
Vor 2016 war die IT-Ausstattung an Nürnberger Schulen dezentral organisiert und auf wenige PC-Räume beschränkt. Mit der 2017 beschlossenen Strategie wurde erstmals ein umfassendes Zielbild für Hardware, Software, Netze und Fortbildung entwickelt. Der Stadtrat stellte hierfür bis 2026 insgesamt 85,5 Millionen Euro bereit.
Heute stellt sich die Situation wie folgt dar: Ein Breitbandanschluss ist an allen Schulstandorten erfolgt, der Inhouse-Netzausbau ist an rund 80 Prozent der Standorte abgeschlossen, weitere 10 Prozent sind in Umsetzung. Nahezu 100 Prozent aller Klassenzimmer sind mit WLAN und digitalen Präsentationssystemen ausgestattet. Rund 6 500 Lehrkräfte verfügen über ein Dienstgerät, etwa 17 000 iPads sowie 8 500 PCs und Laptops stehen für den Unterricht zur Verfügung. Mehr als 400 Softwareprodukte sind im Einsatz, darunter Microsoft 365 mit Teams. Zudem wurde ein KI-Tool-Warenkorb für den Unterricht eingerichtet.
Das 2021 gegründete „Team Digitale Schule“ im Referat für Schule und Sport bündelt heute mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die technische Systembetreuung, Administration, Weiterentwicklung sowie Datenschutz- und Informationssicherheitsaufgaben. Damit trägt das Team wesentlich zur Entlastung der Nürnberger Schulen bei, indem technische und organisatorische Aufgaben zentral übernommen und professionell betreut werden.
Parallel zur städtischen Finanzierung wurden Förderprogramme von Bund und Land konsequent ausgeschöpft. Insgesamt konnten rund 54,4 Millionen Euro eingeworben werden – das entspricht einer Ausschöpfungsquote von 104 Prozent der ursprünglich vorgesehenen Förderhöchstbeträge. Die rechnerische Gesamtquote von mehr als 100 Prozent ergibt sich aus zusätzlich ausgeschütteten Fördergeldern zur nachträglichen Erhöhung des Förderbetrags.
Mit einer gesetzlichen Neuregelung hat der Freistaat Bayern 2025 die dauerhafte Finanzierung der Schul-IT neu geordnet. Das sogenannte Vier-Säulen-Modell sieht vor, dass etwa 60 Prozent der notwendigen Mittel künftig als gesetzlicher Zuschuss vom Staat bereitgestellt werden. Die Kommunen tragen den verbleibenden Anteil.
„Damit wird Schul-IT ausdrücklich als dauerhafte Pflichtaufgabe definiert – inklusive technischer Systembetreuung, Wartung, Weiterentwicklung und IT-Sicherheit“, sagt Schulreferentin Cornelia Trinkl, die die Neuausrichtung ausdrücklich begrüßt und dem Freistaat dankt, „Dadurch haben wir die Möglichkeit, die in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.“
Die digitale Infrastruktur ist dabei kein Selbstzweck, sondern wird mit der Pädagogik vor Ort gedacht. Der Schulentwicklungsprozess „Schule Vision 2040“ an den kommunalen Schulen Nürnbergs legt die pädagogisch-didaktischen Grundlagen und formt die Basis einer modernen Lernkultur, die sich auf Konzepte zur Einbindung der digitalen Ausstattung vor Ort stützt. Im Mittelpunkt stehen selbstgesteuertes Lernen, Zukunftskompetenzen wie Teamfähigkeit, Kreativität und Problemlösefähigkeit sowie ein reflektierter Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Unterstützt werden die Schulen dabei durch das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg, das passgenaue Fortbildungen und Entwicklungsbegleitung anbietet. tom