Nr. 216 / 27.02.2026
Seit Februar 2026 gibt es im Kulturladen Röthenbach, Röthenbacher Hauptstraße 74, eine niedrigschwellige Integrations- und Sozialberatung. Die Beratung der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg (Awo) e. V. und des Caritasverbands Nürnberg e. V. richtet sich an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Stadtteil Röthenbach und steht dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch aufsuchende Beratung. Ziel ist es, Orientierung zu bieten, die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und Integration im Stadtteil nachhaltig zu fördern. Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales, hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Awo und Caritas, am Mittwoch, 25. Februar, die Einrichtung besucht und sich einen Einblick in die Arbeit geben lassen.
Röthenbach ist ein vielfältiger Stadtteil: Viele Menschen leben hier mit eigener Migrationsbiografie. In den vergangenen Jahren haben viele Personen, die zuvor überwiegend in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete gelebt hatten, Wohnungen im Stadtteil bezogen. Neuzugewanderte und geflüchtete Familien sind in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft mit vielfältigen Fragestellungen und Herausforderungen konfrontiert – etwa beim Deutschspracherwerb, bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, bei der Integration in den Arbeitsmarkt sowie bei Fragen zur Kinderbetreuung. Oft sind die Wege zu vorhandenen Beratungsangeboten zu weit oder nicht bekannt und die vorhandenen sozialen Infrastrukturen vor Ort können den zusätzlichen Bedarf nicht vollständig abdecken.
Genau hier setzt die neue Beratungsstelle an: Sie legt den Fokus auf eine wohnortnahe, alltagspraktische und zielgruppenspezifische Beratung und ergänzt bestehende Hilfen. Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales, hebt hervor: „Wir wollen, dass das Ankommen gut klappt! In vielfältigen Stadtteilen, besonders wenn in kurzer Zeit viele Menschen dazukommen, schafft ein niedrigschwelliges Beratungsangebot gesellschaftliche Teilhabe und macht das Zusammenleben in den Nachbarschaften besser: Wer sich gut auskennt, den Weg in die Kita, zum Deutschkurs, zu Behörden und zu weiteren Einrichtungen findet, fasst schneller Fuß und kann auch den eigenen Kindern Orientierung geben.“
Neben einer zielgruppenspezifischen und bedarfsorientierten Einzelfallberatung soll zudem eine Entlastung der lokalen Akteurinnen und Akteure durch eine klar geregelte Verweis- und Kooperationsstruktur erfolgen. Der Bedarf an einem solchen Beratungsangebot im Stadtteil Röthenbach wurde von den Einrichtungen vor Ort im Stadtteilarbeitskreis benannt. Damit wurde der Prozess angestoßen: „Der Kulturladen Röthenbach hat gemeinsam mit dem Bürgerverein die Bedarfe im Stadtteilarbeitskreis immer wieder abgefragt und diskutiert. Während des Prozesses wurden zudem moderierte Gesprächsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern des Jugendamts sowie mit der Sozialreferentin durchgeführt“, sagt Birgit Kretz vom Kulturladen Röthenbach.
„Die Awo steht für eine solidarische Gesellschaft in Vielfalt und bietet in Nürnberg seit den 1950er-Jahren Beratung für Zugewanderte an. Mit einer Beratung vor Ort hoffen wir, die Teilhabe der Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern und einen Beitrag für ein solidarisches Miteinander im Stadtteil Röthenbach zu leisten“, sagt Michael Schobelt, Vorstand der Awo Kreisverband Nürnberg e. V.
Michael Schwarz, Caritasdirektor des Caritasverbands Nürnberg e. V., betont: „Ich begrüße die Initiative, Neuankömmlinge aus aller Welt bei ihrer Ankunft in Nürnberg zu unterstützen, damit Integration gelingt. Als Caritas bringen wir uns gerne mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Flüchtlings- und Asylberatung ein.“
Das Beratungsangebot wird durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration sowie durch die Stadt Nürnberg, Referat für Jugend, Familie und Soziales, aus Mitteln des Integrationsfonds gefördert. Das Angebot der Integrations- und Sozialberatung in Röthenbach kann als Modell für andere Stadtteile dienen und mit niedrigschwelligen, wohnortnahen Angeboten den sozialen Zusammenhalt stärken. boe