Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 237 / 04.03.2026

Erstes Element der neuen Dauerausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände vorgestellt

Bevor das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände am Freitag, 22. Mai 2026, mit seiner neuen Dauerausstellung in den Probebetrieb geht, haben am heutigen Mittwoch Oberbürgermeister Marcus König und Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner das erste Ausstellungselement an die Öffentlichkeit übergeben. Das medial bespielte Geländemodell, platziert im Foyer auf Level 1, bildet künftig den inhaltlichen und visuellen Auftakt der neuen Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“.

Oberbürgermeister Marcus König hebt die Bedeutung der Erneuerung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände hervor: „Nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit haben wir das Dokumentationszentrum in den vergangenen fünf Jahren grundlegend neu konzipiert, technisch modernisiert und inhaltlich auf den neuesten Stand gebracht. Wir gehen neue Wege der Vermittlung – mit interaktiven Formaten, aktuellen Forschungsergebnissen und Angeboten, die insbesondere junge Menschen zur eigenen Reflexion anregen. Denn die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stärkt Urteilskraft und Resilienz und ist damit auch ein wichtiger Beitrag für unsere Demokratie heute. Mit dem Geländemodell mit medialer Projektion präsentieren wir nun das erste Element der neuen Dauerausstellung. Es macht die historischen Dimensionen sichtbar, schafft Orientierung und wird ein zentraler Ankerpunkt unserer Bildungsarbeit. Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Neueröffnung.“

Und Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner betont: „Ich freue mich sehr, dass mit dem Geländemodell ein erstes zentrales Exponat der neuen Dauerausstellung bereits jetzt sichtbar gemacht wird. Mit Neukonzeption und Erweiterung ist das Dokumentationszentrum wissenschaftlich und pädagogisch exzellent aufgestellt und kann dem stetig wachsenden Publikumsinteresse sowie einer vielfältigen Besucherschaft aufs Neue gerecht werden. Es ist unsere Aufgabe und im Sinne von Demokratiebildung, insbesondere am Ort der Täter mit Aufklärungsarbeit ein Bewusstsein für das Entstehen totalitärer Mechanismen und deren Folgen zu schaffen. Mein großer Dank gilt deshalb dem Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland als Fördergeber, ohne die diese Neugestaltung nicht möglich gewesen wäre.“

Das abstrahierte Geländemodell wurde aus dem Mineralwerkstoff Corian gefertigt und misst 2,8 x 3,6 Meter. Es ist mit einer Projektion bespielt, die allen Besucherinnen und Besuchern auch ohne Ticket im zeitlichen Umfang von etwa 3 Minuten einen ersten Überblick über die Geschichte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes gibt. Als visuelles Intro zur neuen Dauerausstellung macht die Installation dessen Ausdehnung sichtbar und zeigt, wie sehr dieses Areal bis heute in den Nürnberger Stadtraum hineinwirkt. Im Foyer des Dokumentationszentrums nimmt das Geländemodell, inhaltlich wie als Möbelstück, künftig eine zentrale Stellung ein und teasert die Bildsprache und Analyseebenen der Ausstellung bereits an.

Im Mittelpunkt der Projektion steht die Entwicklung des Areals im Südosten Nürnbergs – von der nationalsozialistischen Planung der einzelnen Bauten über die bis Kriegsbeginn 1939 realisierten Bauschritte bis zu den Umdeutungen und Umbrüchen nach 1945 bis heute. Die Projektion folgt diesem Wandel. Sie zeigt das Gelände als historische Landschaft, in der Schichten der Vergangenheit sichtbar bleiben: Planung und Realität, Ideologie und Alltag, Erinnerung und Gegenwart. Sie macht steckbriefartig sichtbar, welche Rolle die einzelnen Gebäude innerhalb des nationalsozialistischen Gesamtkonzepts spielten und wie sie bis heute Nürnberg prägen.

So entsteht eine dynamische Karte, die für alle Besucherinnen und Besucher eine erste Orientierung bietet und zugleich den Wandel des Geländes als historischen Prozess zeigt. Ein kompakter Überblick – als Einstieg in die Ausstellung und als Einladung, genauer hinzusehen und sich in der Ausstellung selbst weiter über die Geschichte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und der Reichsparteitage zu informieren.

Das Dokumentationszentrum, baulich in den Nordflügel der unvollendeten Kongresshalle eingepasst, wurde in den letzten Jahren nach beinahe 25 Jahren erfolgreicher Arbeit an das wachsende Aufgabenspektrum und den aktuellen technischen Standard musealer Bildungseinrichtungen angepasst. Die Einrichtung einer komplett neu konzipierten Dauerausstellung ist nun der letzte Schritt auf dem Weg zu einem modernen Haus. In Betrieb genommen sind bereits die Räumlichkeiten im neu erschlossenen Sockelgeschoss: Der neue Haupteingang führt nun barrierefrei ins neue Foyer. Das inklusive „Café Arthur“ hat seine Türen ebenso bereits geöffnet wie das vollständig neu ausgestattete Studienforum. Geplant hat den Ausbau das Nürnberger Büro Fritsch, Knodt, Klug + Partner, die Projektleitung erfolgt durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg. Die Dauerausstellung wird realisiert vom Kuratorinnen-Team des Dokumentationszentrums zusammen mit den Ausstellungsplanern von Bergzwo, Tatwerk und finke.media aus Berlin.

Das Gesamtprojekt wird gefördert durch den Bund und den Freistaat Bayern. Die Neukonzeption der Dauerausstellung wird gefördert durch den Bund: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch den Freistaat Bayern.

Ausblick
Am 22. Mai 2026 startet das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in den Probebetrieb. Ab diesem Zeitpunkt sind wieder alle Räume des Hauses inklusive der komplett neu konzipierten Dauerausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Festakt zur feierlichen Eröffnung des neuen Dokumentationszentrums ist derzeit anlässlich der 25-Jahr-Feier des Hauses für Anfang November 2026 geplant.     ja

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