Am Mittwoch, 8. April 2026, wird am Nürnberger Rathaus in diesem Jahr erstmals die Roma-Flagge wehen. Damit beteiligt sich die Stadt an einer Aktion zum Internationalen Roma-Tag, die bereits in vielen Städten weltweit Tradition hat.
Auf diese Weise sollen Geschichte, Kultur und die gesellschaftlichen Beiträge der Roma gewürdigt werden. „Gleichzeitig wollen wir auf die anhaltende Diskriminierung und Ausgrenzung aufmerksam machen, der viele Angehörige der Minderheit in Europa bis heute ausgesetzt sind. Damit bekennt Nürnberg sich klar zu Vielfalt, Menschenwürde sowie dem Schutz von Minderheiten und zeigt ein weiteres Engagement gegen Antiziganismus und für ein respektvolles Miteinander aller Menschen unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Marcus König.
Der Internationale Roma-Tag geht zurück auf den ersten Welt-Roma-Kongress 1971 in London, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus neun Ländern zentrale politische und kulturelle Grundlagen der Minderheit definierten, unter anderem die Einführung der Roma-Flagge in den Farben blau-grün mit einem roten Wagenrad und die Selbstbezeichnung „Roma“ anstelle diskriminierender Fremdbezeichnungen. Seit 1990 wird er jährlich begangen. An diesem Tag wird vielerorts an die historischen Verbrechen an Sinti und Roma erinnert, aber auch an gesellschaftliche Benachteiligung, Ausgrenzung und rassistische Gewalt, die für viele Angehörige der Minderheit bis heute traurige Realität sind. Gleichzeitig werden in vielen Städten die kulturelle Vielfalt und die besondere Identität der Roma-Gemeinschaft mit Veranstaltungen gefeiert.
Auch in Nürnberg setzen sich Bildungs- und Veranstaltungsformate für unterschiedliche Zielgruppen mit dem Phänomen des Antiziganismus auseinander, unter anderem mit einem Workshop-Angebot für Schulen. Angesichts der wachsenden Roma-Community in Nürnberg werden auch die Inhalte der Bildungsarbeit im Hinblick auf Aktualität und Lebensrealität der Betroffenen ständig überprüft und angepasst. Dazu dient nicht zuletzt ein kontinuierlicher und offener Austausch zwischen dem in Nürnberg ansässigen Landesverband deutscher Sinti und Roma e. V. und der Stadtspitze. tom