Nr. 382 / 01.04.2026
Das Ensemble Oper Plus gibt am Samstag, 11. April 2026, um 19.30 Uhr ein Gastspiel im Segment#16 der Kongresshalle, Bayernstraße 100, auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Mit dem Programm „Wo bleibt denn das Glück? – Als die Operette jüdisch wurde“ begeben sich die Musikerinnen und Musiker auf eine historische Spurensuche.
Nürnberg galt im frühen 20. Jahrhundert als Hochburg der Operette: Im Opernhaus am Richard-Wagner-Platz wurden zahlreiche Werke von Paul Abraham, Leo Fall, Emmerich Kálmán und anderen Komponisten aufgeführt und vom Publikum begeistert aufgenommen. Viele der Komponisten und Librettisten, die in Nürnberg bis 1933 große Erfolge feierten, waren Juden oder hatten jüdische Wurzeln. Sie wurden von den Nationalsozialisten verfolgt und geächtet, ihre Werke wurden verboten und als „Entartete Musik“ gebrandmarkt. In Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“ wurde diese Facette der Nazi-Kulturpolitik besonders rigide durchgesetzt.
Mit dem Programm „Wo bleibt denn das Glück?“ erkundet das Ensemble Oper Plus dieses Kapitel der Operettengeschichte. Das Programm bietet eine Mischung aus bekannten Operettenmelodien, Chansons und Tonfilmschlagern mit Werken von Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Leon Jessel und Paul Abraham, aber auch von vergessenen Komponisten wie Edmund Eysler und Michael Jary. Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger von einem Instrumentalensemble aus Klavier, Violine, Kontrabass und Perkussion.
Das freie Ensemble Oper Plus ging aus einer Gruppe von Studierenden der Hochschule für Musik Nürnberg hervor. Seit der Gründung 2018 haben sich die Künstlerinnen und Künstler den Anspruch gesetzt, Musiktheater „überall und für alle“ zu gestalten. Mit verschiedenen Produktionen tritt das Ensemble an besonderen Spielorten außerhalb der üblichen Konzertsäle auf.
Karten zum Preis von 19,80 Euro, ermäßigt (Schüler und Studierende) 14,30 Euro beziehungsweise 9,90 Euro mit NürnbergPass, gibt es online unter https://go.nuernberg.de/lAGh7soU im Vorverkauf. An der Abendkasse beträgt der Preis 20 Euro (ermäßigt 15 Euro). An der Abendkasse ist passend in bar zu zahlen. Eine Kartenzahlung ist nicht möglich.
Wichtiger Hinweis
Die Räume der Kongresshalle sind nicht beheizt. Warme Kleidung ist unbedingt zu empfehlen.
Mehr über die Kongresshalle
Die Kongresshalle ist eines der größten erhaltenen Einzelbauwerke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Der Rohbau auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Südosten Nürnbergs stand – nach einer intensiven Nutzung als Lagerfläche – in den vergangenen Jahren größtenteils leer. Nun werden Teilstücke des unvollendeten Monumentalbaus dauerhaft für eine Kunst- und Kulturnutzung erschlossen. Mit den Ermöglichungsräumen für Kunst und Kultur sowie einer Spielstätte für das Staatstheater Nürnberg schafft die Stadt Nürnberg in der Kongresshalle einen neuen, einzigartigen Kulturort, der Aspekte der Erinnerungskultur und der Künste aufs Engste miteinander verbindet.
Alle Informationen zur künftigen kulturellen Nutzung der Kongresshalle unter:
nuernberg.de/internet/kongresshalle/
Segment#16 – der provisorische Veranstaltungsraum im Kongresshallen-Rundbau
Seit 2023 hat der Geschäftsbereich Kultur der Stadt Nürnberg in Segment#1 des Kongresshallen-Rundbaus ein vielschichtiges Kunst- und Kulturprogramm präsentiert. Als Segment#1 wegen der fortschreitenden Bauarbeiten im Kongresshallen-Rundbau nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden konnte, wurde das Segment#16 ertüchtigt, um weiterhin diverse künstlerische und kulturelle Formate erproben zu können. Während Segment#1 im Arkadengeschoss an den vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände genutzten nördlichen Kopfbau angrenzt, liegt Segment#16 genau auf der gegenüberliegenden Seite des Kongresshallen-Rundbaus neben den Nürnberger Symphonikern.
Anfahrt Segment#16
Das Segment #16 befindet sich in der Kongresshalle, Bayernstraße 100, neben dem südlichen Kopfbau der Nürnberger Symphoniker und ist mit dem ÖPNV gut erreichbar (Haltestelle „Doku-Zentrum“, Straßenbahn-Ersatzverkehr; Buslinien 36, 45, 65). Besucherinnen und Besucher mit Pkw können die Stellplätze in der Schultheißallee oder den Parkplatz Meistersingerhalle (kostenpflichtig) nutzen. ja