Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 401 / 13.04.2026

Immobilienmarkt stabilisiert sich – Grundstücksmarktbericht 2025 und neue Bodenrichtwertkarte

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der kreisfreien Stadt Nürnberg hat den Grundstücksmarktbericht 2025 sowie die Bodenrichtwertkarte zum Stichtag 1. Januar 2026 veröffentlicht. Beide Publikationen liefern zentrale Erkenntnisse zur aktuellen Entwicklung des Immobilienmarkts und sorgen für Transparenz über das Preisniveau.

Grundstücksmarktbericht 2025: Markt gewinnt an Stabilität
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 5 621 Transaktionen für Grundstücke, Häuser und Wohnungen registriert – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (4 666). Der Geldumsatz erhöhte sich leicht auf rund 2,4 Milliarden Euro (2024: 2,3 Milliarden Euro).

„Der Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2025 stabilisiert. Die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre deutet auf eine nachhaltige Erholung nach dem Einbruch im Jahr 2023 hin“, sagt Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier.

Wohnimmobilien als treibende Kraft
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war der Wohnimmobilienmarkt. Mit rund 1,8 Milliarden Euro entfiel etwa drei Viertel des gesamten Geldumsatzes auf dieses Segment. Eigentumswohnungen stellen dabei den größten Anteil. Im Markt für Eigentumswohnungen dominieren weiterhin Bestandsimmobilien. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Verkäufe neu errichteter Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Auffällig ist, dass rund die Hälfte der veräußerten Neubauwohnungen 1-Zimmer-Appartements sind.

Die Preisentwicklung zeigt insgesamt eine Stabilisierung mit leichter Aufwärtstendenz: Neubauwohnungen verteuerten sich moderat um zwei Prozent, während die Preise für Bestandswohnungen – sowohl ab Baujahr 1946 als auch im Altbestand – jeweils um vier Prozent anstiegen. Die Preise für neue Eigentumswohnungen lagen zwischen 4 600 und 9 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bestandswohnungen wiesen eine größere Spanne von 1 800 bis 6 800 Euro pro Quadratmeter auf – abhängig von Lage, Zustand und Modernisierungsgrad.

Preisentwicklung bei Grundstücken und Häusern
Bei unbebauten Grundstücken ergaben sich folgende Entwicklungen: Bei Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser ein Plus von 4 Prozent, bei Bauland für mehrgeschossigen Wohnungsbau plus neun Prozent, bei Gewerbebauland plus fünf Prozent. 

Bei bebauten Grundstücken zeigten sich moderate Preisveränderungen:
Bei freistehenden Einfamilienhäusern ein leichter Rückgang um minus drei Prozent, Kaufpreise meist zwischen 390 000 und 1 200 000 Euro. Bei Doppel- und Reihenhäusern hingegen leicht steigende Preise (plus zwei Prozent), Kaufpreise zwischen 360 000 und 740 000 Euro, bei Mehrfamilienhäusern steigende Preise (um plus sechs Prozent), meist zwischen 780 000 und 2 300 000 Euro.

Die Vorsitzende des Gutachterausschusses, Dr. Silvia Kuttruff, erklärt: „Nach dem Preisrückgang in den Jahren 2022/2023 haben sich die Immobilienpreise insgesamt wieder stabilisiert, entwickeln sich jedoch je nach Segment unterschiedlich. Während Doppel- und Reihenhäuser leichte Preisanstiege verzeichnen, sind bei freistehenden Einfamilienhäusern noch geringfügige Rückgänge zu beobachten. Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei Mehrfamilienhäusern, wo sowohl bei Bauland als auch bei bebauten Grundstücken spürbare Preissteigerungen festzustellen sind. Auch Eigentumswohnungen, insbesondere im Bestand, haben wieder leicht im Preis angezogen.“

 

Bodenrichtwertkarte 2026: Differenzierte Entwicklung je nach Nutzung
Parallel wurde die neue Bodenrichtwertkarte zum Stichtag 1. Januar 2026 veröffentlicht. Grundlage sind die Auswertungen der Kaufpreise in 1 262 Bodenrichtwertzonen.

Die Entwicklung gegenüber der letzten Bodenrichtwertkarte vom 1. Januar 2024 im zweijährigen Vergleich: Bei Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser minus sieben Prozent (Spanne von 210 Euro pro Quadratmeter bis 1 500 Euro pro Quadratmeter); Bauland für mehrgeschossigen Wohnungsbau plus +vier Prozent (Spanne von 570 Euro pro Quadratmeter bis 3 300 Euro pro Quadratmeter), bei Gewerbebauland plus fünf Prozent (Spanne von 90 Euro pro Quadratmeter bis 480 Euro pro Quadratmeter). 

Verlässliche Grundlage für den Immobilienmarkt
Mit dem Grundstücksmarktbericht und der Bodenrichtwertkarte stellt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der kreisfreien Stadt Nürnberg umfassende und neutrale Informationen zur Verfügung. Beide Veröffentlichungen bilden eine zentrale Grundlage für Kaufentscheidungen, Investitionen und planerische Prozesse und tragen wesentlich zur Transparenz auf dem Immobilienmarkt bei.

Der Grundstücksmarktbericht 2025 kann ab sofort beim Amt für Geoinformation und Bodenordnung, Bauhof 5, für 60 Euro als PDF oder in gedruckter Version bestellt und erworben werden – vorzugsweise online unter gutachterausschuss.nuernberg.de.

Die Bodenrichtwertkarte hängt im Schaufenster in der Lorenzer Straße 30 seit Donnerstag, 9. April 2026, für vier Wochen öffentlich aus. Alternativ können auch gebührenpflichtige Einzel- oder Dauerauskünfte über Bodenrichtwerte bestellt werden. Näheres findet man auf der vorgenannten Homepage des Gutachterausschusses.    tom