Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 430 / 17.04.2026

Nachhaltige Kita-Verpflegung: Stadt Nürnberg reduziert Lebensmittelabfälle in städtischen Kindertageseinrichtungen 

Wie können Lebensmittelabfälle in städtischen Kindertageseinrichtungen wirksam reduziert und Kinder und Mitarbeitende sensibilisiert werden? Mit dieser Frage hat sich die Stadt Nürnberg intensiv beschäftigt – mit Erfolg: Durch zwei Projekte konnten die Lebensmittelabfälle in beteiligten Einrichtungen um durchschnittlich rund 30 Prozent gesenkt werden. Die Maßnahmen wurden gemeinsam vom Jugendamt, dem Bereich Städtische Kindertageseinrichtungen, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim, dem Referat für Umwelt und Gesundheit sowie dem Caterer GMS Gourmet Deutschland GmbH entwickelt und umgesetzt. Das Jugendamt hat die Ergebnisse am gestrigen Donnerstag, 16. April 2026, im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats vorgestellt.

Im Mittelpunkt steht das Projekt „Lebensmittelabfälle unter die Lupe genommen“, an dem sieben städtische Kitas beteiligt waren. Ziel war es, die Ursachen für Lebensmittelabfälle systematisch zu erfassen und gezielt zu reduzieren. Zu den wichtigsten beispielhaften Maßnahmen gehören:

Die Auswertung zeigt: Vor allem die Reduzierung von Überbestellungen sowie ein verändertes Essverhalten der Kinder haben maßgeblich zum Rückgang der Abfälle beigetragen.

Mit dem zweiten Projekt „Gute Lebensmittel weitergeben“ geht die Stadt einen weiteren wichtigen Schritt. Erstmals können unter klar geregelten hygienischen und rechtlichen Bedingungen übrig gebliebene, nicht ausgegebene Speisen an Familien der Einrichtungen weitergegeben werden. Zehn Kitas erproben dieses Modell derzeit. Ziel ist es, noch genießbare Lebensmittel sinnvoll zu nutzen, Familien für den Wert von Lebensmitteln zu sensibilisieren und langfristig auch das Bestellverhalten weiter zu verbessern. Bereichsleiter der Städtischen Kindertageseinrichtungen, Christian Erxleben Rester, betont: „Für die Kinder ist es schön zu erleben, dass Lebensmittel wertgeschätzt werden und nichts unnötig verloren geht. Gleichzeitig ist das Angebot auch für viele Eltern eine praktische und sinnvolle Unterstützung im Alltag.“ Die Ergebnisse der Modellphase zeigen ein wachsendes Interesse von Eltern, nicht verbrauchte Mittagessensreste mitzunehmen. Eine feste Gruppe von Eltern nutzt inzwischen das Angebot.

Nachhaltigkeit als gemeinsamer Auftrag

Die Stadt Nürnberg setzt bereits seit Jahren auf eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Essensversorgung in Kitas – unter anderem mit einem hohen Bio-Anteil, regionalen Produkten und den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Seit rund zehn Jahren ist die Mittagsverpflegung in den städtischen Kindertageseinrichtungen zentral organisiert. Das Jugendamt übernimmt dabei die Steuerung der Essensversorgung – von der Beauftragung der Caterer über die Festlegung verbindlicher Qualitätsstandards bis hin zur Abrechnung. Grundlage sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine gesunde, ausgewogene und altersgerechte Verpflegung. Gleichzeitig setzt die Stadt konsequent auf Nachhaltigkeit: Mindestens 50 Prozent der eingesetzten Lebensmittel stammen aus ökologischer Erzeugung, ergänzt durch saisonale und regionale Produkte sowie zunehmend auch Fairtrade-Angebote. Fisch wird ausschließlich aus nachhaltiger Fischerei oder ökologischer Aquakultur bezogen. Ziel dieses seit Jahren etablierten Systems ist es, allen Kindern unabhängig von ihrem familiären Hintergrund täglich ein hochwertiges, gesundes und nachhaltiges Mittagessen zu ermöglichen.

Das Mittagessen von vielen Kindern und Jugendlichen findet sehr regelmäßig außerhalb des familiären Umfelds statt, beispielsweise in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Das Umweltbundesamt spricht von rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfällen im Jahr, davon entfallen rund 2 Millionen Tonnen auf die Außer-Haus-Verpflegung.

„Neben Qualität und Gesundheit rückt auch die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung immer stärker in den Fokus“, freut sich die Projektbeteiligte Dr. Leonie Guerrero Lara vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg. Christian Erxleben Rester ergänzt: „Die Projektergebnisse zeigen deutlich, dass gezielte Maßnahmen spürbare Effekte erzielen können. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten – von den Einrichtungen über die Eltern bis hin zum Caterer. Umso wichtiger ist es, dass wir die gewonnenen Erkenntnisse nun nutzen, um die Ansätze auf alle städtischen Einrichtungen zu übertragen.“ Damit leistet Nürnberg einen konkreten, nachhaltigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln.    boe