Nr. 448 / 22.04.2026
Um einen weiteren Verfall der denkmalgeschützten Hofstelle am Gut Königshof zu stoppen und eine neue Nutzung zu ermöglichen, soll für das Areal am Marthweg 120 ein Erbbaurecht bestellt werden. Darüber berät der Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit am heutigen Mittwoch, 22. April 2026.
Die Hofstelle mit Herrenhaus, Stall und Scheune gehört zum Areal Gut Königshof im Nürnberger Süden in der Gemarkung Worzeldorf, das die Stadt Nürnberg nach langen Verhandlungen erwerben konnte. Während die umliegenden Flächen vor allem ökologischen und stadtentwicklungspolitischen Zielen dienen und insbesondere den erforderlichen Ausgleich für künftige Baulandentwicklungen langfristig sichern, stellt die denkmalgeschützte Hofstelle eine besondere Herausforderung dar: Die Gebäude befinden sich in einem einsturzgefährdeten und derzeit lediglich notgesicherten Zustand und sind aktuell nicht nutzbar.
Mittlerweile ist es gelungen, einen denkmalaffinen Interessenten zu gewinnen, der bereit ist, die Sanierung der derzeit nur notgesicherten Hofstelle im Erbbaurecht auf eigene Kosten und eigenes Risiko zu übernehmen. Vorgesehen ist ein denkmalgerechtes Konzept, das die Sanierung der Gebäude mit einer Wohnnutzung und sozialen, kulturellen und künstlerischen Angeboten verbindet.
„Mit der vorgesehenen Erbbaurechtsvergabe eröffnen wir eine echte Perspektive für die denkmalgeschützte Hofstelle am Gut Königshof. Unser Ziel ist es, den weiteren Verfall zu stoppen, das Denkmal dauerhaft zu sichern und eine Nutzung zu ermöglichen, welche diesem besonderen Ort gerecht wird. Das Erbbaurecht ist dabei das richtige Instrument, weil es Entwicklung ermöglicht und zugleich die langfristige Einflussmöglichkeit der Stadt wahrt“, sagt Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier.
Mit der geplanten Lösung verbindet die Stadt Nürnberg den langfristigen Erhalt eines kulturhistorisch bedeutsamen Ensembles mit einer verantwortungsvollen und zukunftsgerichteten Entwicklung. Zugleich bietet sich die Chance, die gesellschaftliche und bauliche Geschichte des Orts sichtbar zu bewahren und neu zu beleben. tom