Nr. 452 / 22.04.2026
Der Spielhof der Grundschule Knauerschule im Stadtteil Gostenhof war der erste Spielhof in Nürnberg und ist seit 35 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Kinder- und Jugendinfrastruktur. Mit einem Jubiläumsfest am Dienstag, 14. April 2026, würdigten das Referat für Jugend, Familie und Soziales und der Geschäftsbereich des 3. Bürgermeisters die Rolle von Spielhöfen als offene, niedrigschwellige und kostenfreie Aufenthalts- und Bewegungsräume für Kinder.
Zum Auftakt stellten die Schulleitung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Verwaltung und Politik das bewährte Nürnberger Konzept in den Mittelpunkt. „Spielhöfe öffnen Räume für Kinder in der dicht bebauten Innenstadt, geschützt vom Straßenverkehr und ihnen ausdrücklich gewidmet. Sie sind Orte des sozialen Lernens, der Bewegung und der Begegnung und ein unverzichtbarer Bestandteil einer kinderfreundlichen Stadt“, betonte Familienreferentin Elisabeth Ries. „Darüber hinaus sind sie eine kluge Form der Mehrfachnutzung knapper innerstädtischer Flächen. Wir wollen dieses Erfolgskonzept auch künftig stärken und weiter ausbauen.“
Spielhöfe sind Spielflächen auf Schulgeländen, die auch außerhalb des Unterrichts für Kinder im Stadtteil geöffnet sind. Sie verbinden schulische Nutzung mit öffentlicher Zugänglichkeit und schaffen so zusätzliche, niedrigschwellige Räume für Bewegung, Spiel und Begegnung. Ziel ist es, Kindern wohnortnahe Möglichkeiten zu bieten, sich frei zu entfalten, miteinander in Kontakt zu kommen und ihre Umgebung aktiv zu nutzen. Es entstehen Orte, die sowohl im Schulalltag als auch in der Freizeit eine wichtige Funktion erfüllen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Diskussionen setzt die Stadt Nürnberg mit den Spielhöfen ein klares Zeichen: Sie sind ein wichtiger Bestandteil einer familienfreundlichen und sozialen Stadtentwicklung und leisten einen wertvollen Beitrag für das Aufwachsen von Kindern in Nürnberg.
Bei seinem Grußwort betonte Bürgermeister Christian Vogel, der als erster Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg die Gestaltung von Spielflächen verantwortet, die Bedeutung des Konzepts für die Stadt: „Diese Flächen sind ein wichtiger Teil unserer Stadt. Sie schaffen Lebensqualität für Kinder und Familien und sind Ausdruck einer kinderfreundlichen Stadtpolitik.“ Für Markus Schmeiser, Leiter der Knauerschule, ist die Nutzung des Pausenhofs auch am Nachmittag längst fester Bestandteil. Er betonte ich seiner Begrüßung, dass die Schule ungemein von der guten Ausstattung des Spielhofs profitiere und es erfreulich sei zu sehen, wie selbstverständlich die Kinder den Hof in den Pausen und darüber hinaus nutzen. Im Anschluss sorgte das Spielmobil für Bewegung, Kreativität und viel Begeisterung bei den Kindern. Auch der bunte Themenstand der Kinderkommission rund um die Kindgerechte wurde rege besucht.
Die Öffnung von Schulhöfen für Spiel und Aufenthalt hat in Nürnberg eine lange Tradition und ist konzeptionell fest verankert: Bereits 1955 legte der Schul- und Kulturausschuss mit einem entsprechenden Beschluss den Grundstein. In den späten 1970er-Jahren gewann die Schulhofdebatte erneut an Dynamik – begleitet von vielfältigen Initiativen, gezielten Projekten und der Bereitstellung finanzieller Mittel in der mittelfristigen Investitionsplanung. Ein wichtiger Meilenstein war die Umgestaltung des Pausenhofs der Knauerschule zum ersten Spielhof. Sie ebnete den Weg für eine schrittweise Weiterentwicklung, die seit 1997 durch die sogenannte Spielhofpauschale finanziell unterstützt wird.
Neben der Ausstattung spielt auch die öffentliche Zugänglichkeit eine zentrale Rolle: Die Spielhöfe stehen in der Regel in den Sommermonaten vom 1. April bis 31. Oktober von Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 21 Uhr zur Verfügung, in den Wintermonaten von November bis März von 8 bis 18 Uhr. An Sonn- und Feiertagen bleiben sie üblicherweise geschlossen. boe