Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 474 / 28.04.2026

Jeder Stein zählt! Nürnberg nimmt erstmals an bundesweitem Entsiegelungs-Wettbewerb teil

In einer gemeinsamen Aktion haben die wbg Nürnberg und das Referat für Umwelt und Gesundheit am Donnerstag und Freitag, 23. und 24. April 2026, in der Rollnerstraße eine vormals zugepflasterte Fläche in einem Hinterhof entsiegelt und gemeinsam mit der Hausgemeinschaft bepflanzt. Dabei wurden in dem fast vollständig versiegelten Hinterhof auf einer Fläche von mehreren Quadratmetern Betonplatten entfernt und ein neues Beet angelegt. Die Hausgemeinschaft freut sich jetzt über ein wenig mehr Grün auf der vormals wenig attraktiven und kaum genutzten Fläche.

Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, zeigt auf, welch großer Mehrwert durch Entsiegeln in der Stadt entsteht: „Nürnberg gehört zu den am dichtesten bebauten Städten Deutschlands. Viele Flächen sind versiegelt. Gleichzeitig steigt die Belastung durch den Klimawandel. Das Entsiegeln von Flächen trägt dazu bei, die Stadt zu kühlen, lässt Regenwasser versickern und schafft Lebensqualität. Bei Bauprojekten wie am Lorenzer Platz oder Obstmarkt setzen wir als Stadt daher auf das Schwammstadtprinzip. Aber auch private Grundstücke bieten enormes Potenzial für mehr Grün und Versickerungsflächen. Unsere Aktion macht darauf aufmerksam und motiviert: Jeder Quadratmeter, der entsiegelt wird, stärkt die Klimaresilienz und das Wohlbefinden in Nürnberg.“

Die Abpflastern-Bewegung stammt ursprünglich aus den Niederlanden und hat mittlerweile zahlreiche Initiativen in anderen Ländern inspiriert. Ralf Schekira, Geschäftsführer der wbg Nürnberg, betont wie wichtig das Thema Entsiegeln für das Wohnumfeld ist: „Die wbg ist die größte Vermieterin in Nürnberg und wir sehen zusätzliche Grünflächen als wichtigen Baustein, um unsere Immobilien klimaresilient und zukunftsfähig zu gestalten und gleichzeitig unseren Mieterinnen und Mietern ein attraktives Wohnumfeld zu bieten. Deshalb schaffen wir bei Neubau- und Sanierungsprojekten gezielt Grün- und Freiräume, etwa durch begrünte Innenhöfe, Freiflächen oder Fassaden- und Dachbegrünungen. In diesem Zusammenhang prüfen wir auch regelmäßig, wo sich Flächen entsiegeln lassen. Gerade im Bestand und in dicht bebauten Stadtteilen ist das nicht immer einfach. Mit der heutigen Maßnahme in der Rollnerstraße zeigen wir, dass auch kleinere Eingriffe eine spürbare Wirkung entfalten können. Und hoffen, damit auch andere Eigentümerinnen und Eigentümer zu ähnlichen Schritten zu ermutigen.“

Die Entsiegelung in der Rollnerstraße kommt nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Sie ist zugleich der Auftakt für die Teilnahme der Stadt Nürnberg am bundesweiten Abpflastern-Wettbewerb. Der Wettbewerb zielt darauf ab, dass Kommunen deutschlandweit in den Wettstreit um die meisten entsiegelten Flächen gehen. Einsendeschluss für die aktuelle Saison ist am Samstag, 31. Oktober 2026. Der Wettbewerb wird zum zweiten Mal durchgeführt. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zum Thema Entsiegelung finden Interessierte auf der städtischen Klimahomepage unter klimaneutrales.nuernberg.de und auch unter www.abpflastern.de. 

Unter dem Motto „Dort Asphalt. Hier Aufbruch“ beteiligt sich die Stadt Nürnberg erstmals an diesem Wettbewerb und will möglichst viele Nürnbergerinnen und Nürnberger zum Mitmachen motivieren. Egal ob Privatperson, Verein, Initiative oder Unternehmen, mitmachen können alle, die über eine passende Fläche verfügen und mehr Stadtgrün schaffen wollen. Die ersten 20 Initiativen, die im Aktionszeitraum eine Fläche in Nürnberg entsiegeln, haben die Chance auf einen Pflanzgutschein im Wert von 50 Euro für den Gartenmarkt der Noris Inklusion.

Förderangebote für mehr Grün in Nürnberg
Die Stadt Nürnberg fördert mit verschiedenen Angeboten mehr Stadtgrün und Bäume in Nürnberg. Gefördert werden beispielsweise private Dach-, Fassaden- und Hofbegrünungen in Stadterneuerungsgebieten. Außerdem wird der Kauf von Bäumen mit Unterstützung des Förderprogramms „Der geschenkte Baum“ gefördert.

Weitere Informationen unter www.nuernberg.de/internet/klima/foerderangebote.html#_0_0

1 Anhang