Nr. 479 / 29.04.2026
In der Unterführung Zerzabelshof kommt es seit Jahren bei Starkregen immer wieder zu kritischen Wasserständen. Durch die in den letzten Jahren häufiger auftretenden und intensiveren Starkregenereignisse entstanden dabei wiederholt gefährliche Situationen für Verkehrsteilnehmende und Einsatzkräfte. Um künftig frühzeitig warnen und Einsätze besser steuern zu können, hat der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) nun eine Warnanlage installiert.
Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel: „Die Starkregenereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell diese Unterführung zur Gefahrenstelle werden kann. Mit der neuen Warnanlage schützen wir Menschen und unterstützen gleichzeitig die Einsatzkräfte, indem wir frühzeitig und zuverlässig informieren. Das Warnlicht ist dabei ein zusätzliches Signal. Die Verantwortung, es zu beachten, liegt am Ende bei jedem einzelnen.“
Die neue Technik erfasst den Wasserstand berührungslos über Radarsensoren an den beiden tiefsten Punkten der Unterführung. Dort sammelt sich bei Starkregen zuerst das Wasser. Die kontinuierliche Messung erfolgt ohne direkten Kontakt zum Wasser und arbeitet dadurch robust und wartungsarm. Die beiden Messwerte werden gemeinsam ausgewertet und logisch miteinander verknüpft. Dadurch wird sichergestellt, dass nur tatsächliche Wasseranstiege eine Warnung auslösen. Kurzzeitige Störungen oder lokale Abweichungen führen so nicht zu Fehlmeldungen.
Sobald definierte Schwellenwerte erreicht werden, erfolgt eine sichtbare Warnung direkt vor Ort. Dafür wurden zusätzlich gelbe Blinklichter installiert, die die bestehende Beschilderung ergänzen und die Aufmerksamkeit im Straßenraum erhöhen.
Das System arbeitet mit zwei Stufen. Ab dem ersten Schwellenwert wird die Unterführung für Pkw gesperrt. Beim zweiten Schwellenwert ist auch die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge nicht mehr möglich. Künftig werden bei Überschreitung der Schwellenwerte automatisch Meldungen an die Integrierte Leitstelle übermittelt. So kann die Einsatzdisposition frühzeitig reagieren und alternative Routen prüfen. Alle relevanten Messdaten werden gespeichert und ausgewertet. Dadurch lassen sich Starkregenereignisse im Nachgang besser nachvollziehen, insbesondere wie schnell sich die Unterführung füllt. Diese Erkenntnisse sollen helfen, den Umgang mit Starkregen in der Stadt weiter zu verbessern. tom