Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 488 / 29.04.2026

Klimaanalyse 2025: Nürnberg bleibt auf Anpassungskurs – Hitze, Trockenheit und Starkregen nehmen zu

Das Jahr 2025 stellt im Hinblick auf Temperatur- und Niederschlagsauswertungen für das Stadtgebiet Nürnberg keinen neuen Rekord dar. Weder wurde das heißeste, trockenste noch feuchteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen  für die Temperatur seit 1934, für den Niederschlag seit 1956 – erreicht. Dennoch bestätigen die aktuellen Daten deutlich die bestehenden Klimaprognosen für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Die Jahresdurchschnittstemperatur von 10,34 Grad Celsius (°C) stellt an der Wetterstation des Deutschen Wetterdiensts Nürnberg Flughafen das zehntwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn dar. Im Jahresverlauf liegt die Durchschnittstemperatur jedes einzelnen Monats über dem Langzeitmittelwert der früheren Referenzperiode 1961 bis 1990. Nürnberg erlebte 2025 den trockensten Frühling und den feuchtesten September seit 1956. Mit einer Jahresniederschlagssumme von 548 Millimeter war das Jahr 2025 insgesamt trocken.

Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, erläutert: „Europa gilt als der Kontinent mit der weltweit stärksten Erwärmung, und auch Deutschland ist besonders betroffen: Seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 steigt die Temperatur hierzulande etwa doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Besonders auffällig ist die Beschleunigung in den letzten 50 Jahren. Während die Erwärmung über den Gesamtzeitraum bei durchschnittlich 0,13°C pro Jahrzehnt liegt, beträgt sie seit 1971 bereits 0,41°C pro Jahrzehnt. Die Folge sind eine bislang beispiellose Häufung von Wärmerekorden sowie eine deutliche Zunahme von Hitzeereignissen. Nürnberg gehört bereits heute zu den überdurchschnittlich warmen und auch trockenen Regionen in Bayern und Deutschland.“

Auch bei den Niederschlägen zeigt sich eine zunehmende Dynamik. Wechsel zwischen sehr trockenen und sehr niederschlagsreichen Phasen treten häufiger auf. Einerseits nehmen Trockenperioden zu, was unter anderem die Waldbrandgefahr erhöht. Andererseits ist regional – auch in Nürnberg – eine Tendenz zu häufigeren Starkregenereignissen erkennbar. Diese Entwicklung wird wissenschaftlich weiter untersucht, wobei sich die Datengrundlage kontinuierlich verbessert.

Ein aktueller Bericht des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats zum Klimawandel unterstreicht die Notwendigkeit, politische Rahmenbedingungen für eine wirksame Klimaanpassung deutlich zu stärken. Der Blick auf die Klimadaten von 2025 zeigt, dass die Risiken des Klimawandels spürbar zunehmen. Das geht von steigender Hitzebelastung über Überschwemmungen bis hin zu Schäden an Ökosystemen und wirtschaftlichen Folgen. Diese Entwicklungen betreffen längst die gesamte Gesellschaft. Umso entscheidender ist es, den Klimaschutz konsequent voranzutreiben und gleichzeitig die Anpassung der Stadt an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels gezielt und zukunftsorientiert zu gestalten.

Die Stadt Nürnberg geht davon aus, dass sich die Hitzebelastung für die Bevölkerung weiter verstärken wird. Besonders gefährdet sind vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich eingeschränkte Personen sowie dicht bebaute und stark versiegelte Stadtgebiete. Entsiegelungsmaßnahmen sowie die Schaffung und Vernetzung von Grün- und Freiflächen müssen daher weiterhin konsequent vorangetrieben werden, insbesondere in bioklimatisch stark belasteten Stadtteilen.

Zudem werden die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse 2024/2025 systematisch in alle Stadtentwicklungsprozesse integriert. Die hohe räumliche Auflösung ermöglicht eine präzisere Planung und den gezielten Schutz wichtiger Kaltluftleitbahnen. Parallel dazu wird die Umsetzung des städtischen Hitzeaktionsplans fortgeführt. Bereits eingeleitete Maßnahmen wie die Erfassung „kühler Orte“, der Ausbau von Trinkwasserbrunnen sowie Informationsangebote zum Umgang mit Hitze werden kontinuierlich erweitert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konsequenten Anwendung des Schwammstadt-Prinzips. Ziel ist es, Regenwasser lokal zu speichern, zu versickern und zu verdunsten, um sowohl Trockenperioden als auch Starkregenereignisse besser zu bewältigen und das Kanalsystem zu entlasten. Ergänzend dazu arbeitet die Stadt an der Weiterentwicklung von Vorsorgemaßnahmen gegen Starkregen. Hierzu zählt insbesondere die geplante Erstellung einer Starkregen-Gefahrenkarte, deren Projektstart für Mitte 2026 vorgesehen ist.

„Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass Klimaanpassung eine zentrale Zukunftsaufgabe für Nürnberg bleibt. Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung entsprechender Maßnahmen hat daher höchste Priorität, um die Lebensqualität in der Stadt auch unter veränderten klimatischen Bedingungen langfristig zu sichern“, sagt Britta Walthelm.    let