Nr. 531 / 08.05.2026
Am Dienstag, 5. Mai 2026, wurde bekannt, dass im Schacht der Kanalbaustelle am Obstmarkt Überreste eines jüdischen Holzhauses aus dem 13. bis 14. Jahrhundert gefunden wurden. Diese archäologische Entdeckung stellt ein wertvolles Zeugnis jüdischen Lebens im Bereich des heutigen Hauptmarkts dar. Deshalb hat sich am Donnerstag, 7. Mai, eine Delegation der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg an der Ausgrabungsstätte eingefunden und am heutigen Freitag, 8. Mai, besuchte Dr. Karin Sczech, Beauftragte für das Unesco-Welterbe, aus dem Dezernat Stadtentwicklung, Kultur und Welterbe aus Erfurt den Fundort am Nürnberger Obstmarkt. Sie wurde von Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg und Erste Werkleiterin der Stadtentwässerung, begrüßt.
Britta Walthelm erläutert: „Eine Kanalbaustelle in der Altstadt birgt immer Potenzial für Überraschungen. Daher haben wir von Anfang an Verzögerungen im Ablauf der Baumaßnahme durch archäologische Begutachtung des Geländes einkalkuliert. Die eindrucksvollen archäologischen Funde zeigen einmal mehr, welch wertvolles kulturelles Erbe unter der Stadt verborgen liegt. Die Umgestaltung des Obstmarkts ist ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Entwicklung und Klimaanpassung unserer Stadt, alle damit verbundenen Arbeiten zahlen letztlich auf eine Verbesserung der Lebensqualität und die Klimaanpassung im Innenstadtbereich ein.“
Dr. Karin Sczech, Beauftragte für das Unesco-Welterbe aus Erfurt, erläutert die Bedeutung der Funde: „Archäologische Untersuchungen in jüdischen Vierteln, zumal mit Erhaltungsbedingungen wie in Nürnberg, sind außerordentlich selten. Da wir in Erfurt in diesem Jahr ebenfalls eine Grabung im jüdischen Viertel planen, ist für uns der Besuch in Nürnberg ein besonderer Glücksfall und wir freuen uns sehr über den so unkomplizierten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort.“
Im April 2022 hat der Stadtplanungsausschuss den Entwurf für die Umgestaltung des Obstmarkts beschlossen. Der Servicebetrieb öffentlicher Raum Nürnberg ist für die Projektleitung und -steuerung zuständig. Bevor mit sichtbaren Umgestaltungsarbeiten begonnen wird, muss die Infrastruktur unter der Oberfläche erneuert werden. Hierfür arbeiten die Stadtentwässerung und Umweltanalytik als Kanalbauunternehmer und die N-Ergie für die Erneuerung der Gas- und Wasserleitungen sowie des Strom- und Fernwärmenetzes zusammen. Die gesamte Umgestaltungsmaßnahme wird archäologisch begleitet, eine Fertigstellung der Baumaßnahmen ist für 2029 geplant. let