Nr. 548 / 13.05.2026
Das Menschenrechtsbüro trauert um ein ehemaliges Mitglied der Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises: Theo van Boven ist am Dienstag, 12. Mai 2026, im Alter von 91 Jahren in den Niederlanden verstorben. Van Boven war seit 1995 Mitglied der ersten Preis-Jury und blieb ihr bis 2016 treu verbunden.
„Theo van Boven war dem Menschenrechtsgedanken tief verpflichtet. Sein unermüdlicher Einsatz, seine fachliche Autorität und seine menschliche Zugewandtheit haben die Menschenrechtsarbeit in Nürnberg nachhaltig geprägt“, betont die Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg, Martina Mittenhuber. Sein Wirken werde in Nürnberg und weit darüber hinaus in dankbarer Erinnerung bleiben. Mit seinem Tod verliere die internationale Menschenrechtsgemeinschaft eine herausragende Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg die Arbeit des Menschenrechtsbüros und des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises mit großem Fachwissen, mit Haltung und Engagement begleitet hat.
Über viele Jahre kam Theo van Boven regelmäßig nach Nürnberg, um an Jurysitzungen und Preisverleihungen teilzunehmen. Mit seiner Erfahrung und seiner Expertise unterstützte er die Arbeit des Menschenrechtsbüros und damit die Umsetzung des Leitbilds der Stadt in besonderer Weise. Zu den zahlreichen hochkarätigen Positionen, die Theo van Boven im Verlauf seines Lebens innehatte, gehörte unter anderem die Leitung der UN-Menschenrechtsabteilung in den späten 1970er-Jahren. Von 1986 bis 1991 war er Sonderberichterstatter für die Unterkommission zur Verhinderung von Diskriminierung und zum Schutz von Minderheiten. Später wirkte er zudem als Sonderberichterstatter für die Rechte der Opfer sowie von 2001 bis 2004 als Sonderberichterstatter für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung. maj