Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 570 / 21.05.2026

Neue Dauerausstellung im Dokuzentrum startet in den Probebetrieb

Es ist soweit: Nach rund fünf Jahren Umbau startet das Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände am Freitag, 22. Mai 2026, mit seiner neuen Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“ in den Probebetrieb und öffnet damit seine Räume wieder in vollem Umfang für die Öffentlichkeit. Eine Generation nach der Errichtung des Dokuzentrums erschließt die neue Dauerausstellung einen zentralen historischen Ort der nationalsozialistischen Diktatur für die Gegenwart: mit neuen Inhalten, abwechslungsreichen Zugängen und zeitgemäßen Präsentationsformen.

Die Erzählung führt vom Ende des Ersten Weltkriegs über die NS-Zeit und die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Ausgehend von den Ereignissen in Nürnberg weitet sich der Blick an vielen Stellen zur nationalen und internationalen Geschichte.

Während der Probephase optimiert das Dokuzentrum vor allem diejenigen Aspekte der Dauerausstellung, die nur im laufenden Betrieb finalisiert werden können: Unter realen Bedingungen und mit Publikumsverkehr werden Medienstationen und Leitsysteme getestet, inklusive Angebote ausgebaut und das Bildungsprogramm neu entwickelt. Der Besuch ist dabei uneingeschränkt möglich.

Neben der Dauerausstellung wurde auch das Haus selbst an das wachsende Aufgabenspektrum und den aktuellen technischen Standard moderner musealer Bildungseinrichtungen angepasst: Im neu erschlossenen Sockelgeschoss führt ein neu geschaffener Haupteingang barrierefrei ins Foyer. Hinzugekommen sind außerdem mit dem sogenannten Auditorium ein großer Veranstaltungssaal sowie das inklusive „Café Arthur“. Auch das Studienforum wurde vollständig neu ausgestattet.

Oberbürgermeister Marcus König betont: „Mit der neuen Dauerausstellung schafft das Dokuzentrum einen zeitgemäßen Zugang zu einem zentralen Ort der NS-Geschichte. Sie verbindet historische Einordnung mit aktuellen Fragestellungen und stärkt damit die Auseinandersetzung mit Demokratie, Verantwortung und Erinnerungskultur. Gerade am und im Umfeld der Kongresshalle Nürnberg kommt dem Dokuzentrum auch künftig eine zentrale Rolle als Ort der historischen Bildung und gesellschaftlichen Verständigung zu. Mein Dank gilt dem Bund und dem Freistaat Bayern für die verlässliche Unterstützung dieses wichtigen Projekts.“

Dr. Ulrich Maly, Vorsitzender des Kuratoriums des Dokuzentrums Reichsparteitagsgelände: „‚Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen‘ – auf diese einfache Formel hat der Auschwitzüberlebende Primo Levi die Frage nach der Lehre aus Auschwitz gebracht. Mit dem Dokuzentrum hat die Stadt 2001 Verantwortung übernommen, die Geschichte des Täterorts zu erzählen, die Faszination der Masseninszenierungen, mit denen der Weg zu Weltkrieg und Holocaust begann. Nach fast einem Vierteljahrhundert war es nötig, die Ausstellung komplett neu zu konzipieren. Der Auftrag bleibt gleich, die neue Präsentation ist ein ganz starkes Stück Erinnerungskultur.“

PD Dr. Imanuel Baumann, Leiter des Dokuzentrums Reichsparteitagsgelände: „Geschichte verstehen, Urteilskraft entfalten und Haltung entwickeln – das sind die wesentlichen Ziele der neuen Dauerausstellung. Sie fußt auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und intensiven Quellenrecherchen, sie orientiert sich in Vermittlung und Gestaltung an den Interessen und Bedürfnissen der Besuchenden – und lädt dazu ein, Fragen der Gegenwart vor dem Hintergrund der Vergangenheit zu reflektieren.“

Dr. Thomas Eser, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg: „Jetzt wird sich zeigen, wie die jahrelange Vorarbeit vieler Expertinnen und Experten bei unseren Besucherinnen und Besuchern im Alltag ankommt. Probebetrieb bedeutet da natürlich auch ein bisschen Lampenfieber. Für die besonders Neugierigen bietet sich schon das anstehende Pfingstwochenende an, gleich mal vorbeizuschauen.“

Geplant hat den Ausbau das Nürnberger Büro Fritsch, Knodt, Klug + Partner, die Projektleitung erfolgt durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg. Die Dauerausstellung wurde realisiert vom Kuratorinnen-Team des Dokuzentrums zusammen mit den Ausstellungsplanern und -gestaltern von Bergzwo GmbH, Tatwerk GmbH und finke.media GmbH aus Berlin.

Das Gesamtprojekt wird gefördert durch den Bund und den Freistaat Bayern. Die Neukonzeption der Dauerausstellung wird gefördert durch den Bund: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch den Freistaat Bayern.

Der Festakt zur feierlichen Eröffnung des neuen Dokuzentrums ist derzeit für Mittwoch, 4. November 2026, vorgesehen, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Hauses.      ja

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