Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) hat dem Werkausschuss am Mittwoch, 10. Juni 2026, den Objektplan für den Ausbau des Thumenberger Wegs zwischen Erlenstegenstraße und Am Goldhammer vorgelegt. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen nach aktuellem Stand bei rund 22,4 Millionen Euro.
Der Ausbau hängt eng mit der Erneuerung der Eisenbahnüberführung durch die Deutsche Bahn zusammen. Das alte Brückenbauwerk war in die Jahre gekommen und wird seit Februar 2026 ersetzt. Die Stadt Nürnberg nutzt diese Gelegenheit, um den Thumenberger Weg grundlegend zu verbessern: Die enge Durchfahrt unter der Bahn wird verbreitert, die Durchfahrtshöhe auf mindestens 4,50 Meter erhöht, Gehwege werden neu gebaut und auf der Ostseite entsteht ein Zweirichtungsradweg. Auch die Bushaltestellen „Martin-Albert-Straße“ werden barrierefrei ausgebaut.
„Wir wissen: Die für das Bauprojekt nötige mehrjährige Bauzeit ist eine lange Strecke – vor allem für die Menschen, die hier wohnen oder täglich unterwegs sind. Umso wichtiger ist, dass der Anfang gemacht und das erste Jahr gut gelaufen ist. Die Baustelle ist im Plan, alle Beteiligten arbeiten eng und sehr konstruktiv zusammen. Bei einer so komplexen Maßnahme mit Bahn, Stadt, Versorgern und weiteren Akteuren ist das keine Selbstverständlichkeit“, sagt Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Andreas Krieglstein.
Nach der Erneuerung der Eisenbahnüberführung durch die Deutsche Bahn sollen die städtischen Tiefbauarbeiten, die im Wesentlichen Arbeiten für Stützwände, Straßenbau und Entwässerungseinrichtungen umfassen, von Frühjahr 2027 bis Ende 2029 in mehreren Abschnitten umgesetzt werden. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten hat Sör als Gesamtkoordinierender der Bauabwicklung in den letzten Wochen und Monaten im Rahmen der weiteren Ausführungs- und Bauablaufplanung Optimierungen erarbeitet und deren Umsetzbarkeit mit allen Beteiligten abgestimmt.
Im Ergebnis konnten Brückenbauarbeiten der Deutschen Bahn mit notwendigen Spartenverlegungen der N-Ergie und des Eigenbetriebs Stadtentwässerung und Umweltanalytik (Sun) sowie Arbeiten für Stützkonstruktionen und Straßenbau stärker verzahnt werden. Daraus ergibt sich nach heutigem Stand eine signifikante Bauzeitverkürzung von rund einem Jahr – das Bauzeitende ist jetzt für Ende 2029 statt bislang Ende 2030 vorgesehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, inwieweit dieser Bauzeitgewinn so auch gehalten werden kann, nachdem in diesem Jahr im unmittelbaren Bauumfeld südlich des Thumenberger Weges ein weiteres großes Wohnbauprojekt beginnen soll und dessen Baustellenanforderungen auch mit den Bauabläufen des Thumenberger Wegs aufeinander abgestimmt werden müssen.
„Der Thumenberger Weg ist heute an vielen Stellen eng, unübersichtlich und für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende und den Busverkehr nicht mehr zeitgemäß. Nach dem Ausbau haben wir dort deutlich bessere Verhältnisse: mehr Platz, sichere Wege, barrierefreie Haltestellen und eine leistungsfähigere Verbindung für den Nürnberger Osten“, erklärt der Technische Werkleiter des Sör, Marco Daume.
Auch die Entwässerung wird neu geordnet. Regenwasser soll künftig teilweise getrennt gesammelt und versickert werden. Das entlastet das Kanalnetz und macht die Infrastruktur widerstandsfähiger.
„Natürlich bitten wir die Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmenden weiterhin um Geduld und Verständnis. Aber es lohnt sich, den Blick auf das Ziel zu richten: Am Ende entsteht hier ein Bauwerk, das viele Vorteile bringt – für die Nachbarschaft, für den Rad- und Fußverkehr, für Busse, Autos und Rettungskräfte“, betont Bürgermeister Andreas Krieglstein.
Für die Maßnahme wurden Fördermittel nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beantragt. tom