Nr. 674 / 22.06.2026
Nürnberg behauptet sich als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort. In einer Zeit, die von konjunkturellen Unsicherheiten, geopolitischen Spannungen und tiefgreifenden Transformationsprozessen geprägt ist, zeigt die neue Broschüre „Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2026“, dass die Stadt über eine robuste Wirtschaftsstruktur und wichtige Zukunftsstärken verfügt. Die vom Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat veröffentlichte Publikation bündelt zentrale Kennzahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und ermöglicht eine faktenbasierte Einordnung des Wirtschaftsstandorts Nürnberg im Städtevergleich sowie im regionalen und bundesweiten Kontext.
„Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es wichtig, die Entwicklung eines Wirtschaftsstandorts anhand verlässlicher Daten und Fakten zu beurteilen“, sagt Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg. „Die aktuelle Positionsbestimmung zeigt: Nürnberg verfügt über eine robuste Wirtschaftsstruktur und behauptet seine Position als bedeutender Industrie- und wichtiger Digitalstandort in Deutschland.“
Beschäftigung auf hohem Niveau
Die Auswertung zeigt unter anderem, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit rund 320 600 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau liegt. In den vergangenen zehn Jahren ist die Beschäftigung stärker gewachsen als die Einwohnerzahl der Stadt.
Gleichzeitig macht sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch in Nürnberg bemerkbar. So ist die Arbeitslosigkeit im Jahr 2025 gestiegen. Nürnberg nimmt jedoch weiterhin eine vergleichsweise günstige Position ein und weist Ende 2025 die fünftniedrigste Arbeitslosenquote unter den größten deutschen Städten auf. Die Arbeitsmarktdaten für Mai 2026 belegen zudem eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Starke Industrie und hohe Wirtschaftsleistung
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standorts bleibt hoch. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 38,2 Milliarden Euro gehört Nürnberg weiterhin zu den wirtschaftsstarken Städten Deutschlands. Starke industrielle Strukturen, eine hohe Konzentration wissensintensiver Industrien sowie ein überdurchschnittlicher Beschäftigtenanteil in der Informations- und Kommunikationswirtschaft prägen den Standort.
Der Einzelhandel in Nürnberg verzeichnet überdurchschnittliche Pro-Kopf-Umsätze und bleibt ein attraktives Ziel für Konsumentinnen und Konsumenten aus der gesamten Region. „Die Vielfalt unserer Wirtschaftsstruktur ist eine große Stärke Nürnbergs“, betont Dr. Andrea Heilmaier. „Industrie, Digitalwirtschaft, Dienstleistungen und Handel tragen gemeinsam dazu bei, dass unser Wirtschaftsstandort auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten stabil bleibt.“
Gute Voraussetzungen für das KI-Zeitalter
Besondere Chancen sieht die Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin in der Verbindung von industrieller Kompetenz, Forschung und Digitalisierung am Standort Nürnberg: „Künstliche Intelligenz wird die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre maßgeblich prägen. Nürnberg verfügt mit seiner starken Industrie, leistungsfähigen Forschungseinrichtungen und einer überdurchschnittlich ausgeprägten Informations- und Kommunikationswirtschaft über hervorragende Voraussetzungen, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Viele der Technologien und Anwendungen, die das KI-Zeitalter prägen werden, entstehen bereits heute hier vor Ort.“
Unternehmen sichern die Handlungsfähigkeit der Stadt
Die wirtschaftliche Stärke der Nürnberger Unternehmen spiegelt sich auch in den Gewerbesteuereinnahmen wider. Mit rund 714 Millionen Euro erreichten sie im Jahr 2025 einen neuen Höchststand und bleiben die wichtigste Einnahmequelle der Stadt. Sie sind eine wesentliche Grundlage für die Finanzierung kommunaler Aufgaben und Investitionen. tom
Die Broschüre „Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2026“ mit weiteren Erkenntnissen und grafisch aufbereiteten Daten kann auf den Internetseiten der Wirtschaftsförderung Nürnberg heruntergeladen werden unter: wirtschaft.nuernberg.de.