Historische Sichtbeton-Bauten in der Metropolregion zeigt eine Ausstellung im Offenen Büro des Stadtplanungsamts, Lorenzer Straße 30. Zudem gibt sie einen Ausblick, wie mit Blick auf Klimawandel und Nachhaltigkeit mit dem Baustoff künftig gearbeitet werden kann. Die Arbeiten sind von Mittwoch, 8. Juli, bis Donnerstag, 30. Juli 2026, zu sehen. Zur Vernissage am Dienstag, 7. Juli, um 18 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist montags, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Beton gilt als wichtigstes Material im Hoch- und Tiefbau und avancierte im 20. Jahrhundert zu einem faszinierenden, multipel und weit verbreitet eingesetzten Baustoff. Das führte spätestens ab Mitte der 1960er-Jahre zu starker Kritik. Beton wird zum Symbol für Missstände in Städtebau und Architektur. Als „Betonmonster“ geraten zahlreiche bedeutsame zeitgenössische Bauten unter Druck, sind längst verschwunden oder vom Abriss bedroht. Auch in der Metropolregion Nürnberg finden sich viele Betonbauten. Die Ausstellung gibt Einblicke in eine architektur- und bautechnikgeschichtlich spannende Epoche zwischen 1960 und 1980.
Studierende der Georg-Simon-Ohm Hochschule beschäftigten sich intensiv mit Sichtbetonfassaden. Kurzdokumentationen und Fassadenreliefs sind daraus entstanden und in der Ausstellung zu sehen. Seit Jahren rückt ein zweites Problemfeld noch stärker in den Fokus des gesellschaftlichen Diskurses: hohe Emissionen und großer Ressourcenbedarf bei der Beton-Herstellung. Anknüpfend an Forschungsarbeiten zum nachhaltigen und CO2-reduzierten Beton untersuchten Architektur- und Bauingenieurstudierende im Masterstudium neuartige Zusammensetzungen mit alternativen Bindemitteln und organischen Zusätzen. Die praxisnahen Materialexperimente belegen durch den Einsatz von Sekundärmaterialien neue nachhaltige Optionen für Leichtbetone. Mittels beispielhafter Rezepturen, Vergleichen von Kennwerten und Musterplatten werden Ergebnisse zu Nachhaltigkeitsstrategien im Betonbau gezeigt.
Bei der Vernissage am Dienstag, 7. Juli, sprechen Siegfried Dengler, Leiter Stadtplanungsamt Nürnberg, Prof. Niels Jonkhans, Dekan Fakultät Architektur, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Andreas Grabow, Kreisvorsitzender Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA sowie Prof. Dr. Roland Krippner, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. maj