Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 744 / 07.07.2026

Trotz Hitzewelle keine Ozonwarnung: Verbesserte Luftqualität bremst Ozonbildung

Wer den städtischen Ozonwarndienst abonniert hat, mag sich in den vergangenen Tagen gefragt haben, warum trotz der anhaltenden Hitzewelle keine Ozonwarnung per E-Mail versendet wurde. Während in den heißen Sommern 2018 und 2019 wegen hoher Ozonbelastungen noch regelmäßig Warnmeldungen erforderlich waren  allein im Jahr 2019 an insgesamt 15 Sommertagen –, wurde die Informationsschwelle in diesem Jahr bislang nicht überschritten. Für den städtischen Ozonwarndienst können sich Interessierte kostenlos online auf der Internetseite umweltdaten.nuernberg.de registrieren und werden bei Überschreiten der Informationsschwelle automatisch per E-Mail informiert.

Erhöhte Ozonkonzentrationen können die Lungenfunktion beeinträchtigen, entzündliche Reaktionen in den Atemwegen auslösen und Atemwegsbeschwerden verursachen. Besonders bei körperlicher Anstrengung verstärken sich diese Auswirkungen, da das Atemvolumen zunimmt. Das Referat für Umwelt und Gesundheit versendet die Ozon-Info-Mail an die Abonnentinnen und Abonnenten, sobald an einer der städtischen Luftmessstationen die gesetzliche Informationsschwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft als Stundenmittelwert erreicht oder überschritten wird. Während der jüngsten Hitzewelle wurde dieser Wert nicht überschritten.

„Dass trotz der außergewöhnlichen Hitze keine Ozonwarnung erforderlich war, ist eine erfreuliche Entwicklung. Sie zeigt, dass sich Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität auszahlen. Der deutliche Rückgang der Stickoxidbelastung wirkt sich inzwischen auch positiv auf die Ozonkonzentrationen aus – ein wichtiger gesundheitlicher Gewinn für die Bevölkerung“, sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit.

Auf Grundlage neuer Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Europäische Union im Dezember 2024 eine neue Luftqualitätsrichtlinie verabschiedet. Eingebunden in nationales Recht sehen die Neuerungen ab 2030 vor, dass bei Ozon der gleitende Acht-Stunden-Mittelwert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft an nicht mehr als 18 Kalendertagen im Dreijahresmittel überschritten werden darf. Aktuell sind es noch 25 Kalendertage. „Daher wird die Stadt Nürnberg weiterhin Maßnahmen erarbeiten und umsetzen, um auch ab 2030 die Zielwerte für Ozon nicht zu überschreiten“, so Britta Walthelm.

Die bislang höchste Ozonkonzentration des Jahres 2026 wurde am Sonntag, 28. Juni 2026, am frühen Nachmittag an der Luftmessstation am Flughafen Nürnberg gemessen. Dort lag der Stundenmittelwert bei 170 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft. Ab 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter sollen Anstrengungen vermieden werden.

Dass die Rekordtemperaturen nicht zu höheren Ozonspitzenwerten geführt haben, hängt mit den komplexen chemischen und physikalischen Prozessen bei der Bildung und dem Abbau von Ozon in der Außenluft zusammen. Zwar begünstigen hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung grundsätzlich die Ozonbildung. Gleichzeitig sind dafür jedoch sogenannte Vorläufersubstanzen erforderlich, insbesondere Stickoxide.

Die Konzentration dieser Stoffe ist in Nürnberg in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Am Flughafen Nürnberg sank der Gehalt an Stickstoffdioxid seit 2019 aufgrund verbesserter Abgasreinigungssysteme bei Verbrennerfahrzeugen sowie der zunehmenden Verbreitung alternativer Antriebsformen um nahezu 25 Prozent. Dadurch verläuft auch die Ozonbildung langsamer als noch vor einigen Jahren.

Eine Grafik im Anhang zeigt den Verlauf der Ozonkonzentrationen an der Luftmessstation Flughafen Nürnberg von Dienstag bis Montag, 23. bis 29. Juni.    let

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