Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 801 / 17.07.2026

Bayerns Gesundheitsministerium fördert Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg erhält Fördermittel des Bayerischen Gesundheitsministeriums für das Projekt BARN – Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie in Nürnberg. Das Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Masterplans Prävention Bayern, insbesondere des Ziels „Gesundheit unter den Bedingungen des Klimawandels schützen“. Fachlich begleitet wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit  hat den Förderantrag der Stadt Nürnberg bewilligt.

Die Beifuß-Ambrosie ist eine invasive Pflanzenart mit hoher gesundheitlicher Relevanz. Schon geringe Mengen ihres Blütenpollens können starke Allergien auslösen und Asthma begünstigen. Da ihre Samen über Jahrzehnte keimfähig bleiben, kann sie sich langfristig ausbreiten. Mit steigenden Temperaturen und längeren Vegetationsperioden gewinnt ihre Bekämpfung im Zuge des Klimawandels zunehmend an Bedeutung.

Nürnberg als Vorbild für andere Kommunen
Mit den Fördermitteln werden konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der hochallergenen Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) umgesetzt. Gleichzeitig sollen neue Strategien für ein dauerhaftes kommunales Management entwickelt und unter Praxisbedingungen erprobt werden. Oberbürgermeister Marcus König betont: „Die Förderung durch das Bayerische Gesundheitsministerium ist eine wichtige Unterstützung für Nürnberg. Sie ermöglicht es uns, die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie gezielt einzudämmen und damit frühzeitig gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung entgegenzuwirken. Gleichzeitig entwickeln wir gemeinsam mit unseren landwirtschaftlichen Betrieben und den Fachbehörden praxistaugliche Lösungen, die auch anderen Kommunen als Vorbild dienen können. So zeigen wir, wie Gesundheitsvorsorge, Klimaanpassung und der Schutz unserer Kulturlandschaft Hand in Hand gehen.“

Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, sagt: „Die Beifuß-Ambrosie ist nicht nur eine invasive Pflanzenart, sondern auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Die Pollen der Ambrosia können schon in kleinen Mengen heftige allergische Reaktionen beim Menschen auslösen. Symptome sind beispielsweise Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergisches Asthma. Mit der Förderung in Höhe bis rund 168 500 Euro unterstützen wir die Stadt Nürnberg dabei, innovative und praxiserprobte Maßnahmen umzusetzen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen können wertvolle Impulse für den Umgang mit der Pflanzenart in ganz Bayern liefern.“

„Die Bewilligung der Fördermittel ist ein wichtiger Schritt für den Gesundheits- und Umweltschutz in Nürnberg. Mit dem Projekt können wir gezielt gegen die weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie vorgehen. Als Stadt Nürnberg verfolgen wir einen integrierten Ansatz, der Prävention, Monitoring und gezielte Bekämpfung miteinander verbindet. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für einen bayernweit übertragbaren Standard dienen und anderen Kommunen eine praxisnahe Orientierung bieten. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft und weiteren Akteuren und schafft so eine fundierte Basis für ein langfristiges und wirksames Management invasiver Pflanzenarten,“ sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit.

Aktionsplan zur Bekämfung der Beifuß-Ambrosie
Mit der Förderung werden nun erstmals umfassende Bekämpfungsmaßnahmen koordiniert umgesetzt. Geplant sind die Entwicklung eines kommunalen Bekämpfungskonzepts mit Aktionsplan und Maßnahmenkatalog, die Erprobung wirksamer Verfahren in der Praxis, der Einsatz regionaler Dienstleistungsunternehmen sowie die Unterstützung von Flächenbewirtschaftern bei zusätzlichen Aufwendungen. Ergänzend ist eine ökologische Baubegleitung bei Erdbewegungen auf belasteten Flächen vorgesehen, um eine weitere Ausbreitung der Pflanze zu verhindern.

Die Ergebnisse der Nürnberger Stadtklimaanalyse 2024/2025 und der Klimadatenauswertung 2025 zeigen deutlich, wie sich der Klimawandel auf das Stadtgebiet auswirkt. Die Eindämmung klimabegünstigter Arten wie der Beifuß-Ambrosie ist deshalb ein wichtiger Baustein der Klimaanpassung. Die Ausbreitung der Pflanze wird in Bayern seit 2007 im Rahmen des Aktionsprogramms Ambrosia-Bekämpfung sowie des Forschungsvorhabens „Beifuß-Ambrosie in Bayern“ (FOBAB) wissenschaftlich begleitet. Das Monitoring hat im Nürnberger Stadtgebiet mehrere Schwerpunktvorkommen mit großen Beständen nachgewiesen. Besonders betroffen ist das Knoblauchsland, vor allem die Gemarkungen Boxdorf und Kraftshof. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand bei der Bewirtschaftung und das Risiko von Ertragseinbußen.

Das Umweltamt der Stadt Nürnberg koordiniert das Projekt und setzt die geförderten Maßnahmen um. Fachlich begleitet wird es vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Zum Projekt gehören die enge Zusammenarbeit mit Flächenbewirtschaftern, landwirtschaftlichen Betrieben, Fachbehörden und Verbänden sowie die Information der Öffentlichkeit. Ziel ist es, die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie dauerhaft einzudämmen und die Belastungen für Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt zu verringern. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Nürnberg und der Landwirtschaft, insbesondere den Gemüseerzeugern.    let

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