Nr. 756 / 09.07.2026
Die Stadt Nürnberg nimmt die Veröffentlichung einer aktuellen Studie zum Wohnungsmarkt und zur Arbeitsmarktsituation in deutschen Großstädten sehr ernst. Die Studie „Wohnungsmangel in den Ballungszentren: die Folgen für den Arbeitsmarkt (2026)“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) vergleicht die Wahrnehmung von Bürgerinnen und Bürgern aus zwölf deutschen Großstädten in verschiedenen Lebensbereichen. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, wie die Menschen ihre Lebensqualität in Nürnberg wahrnehmen und wo die Stadt weiter ansetzen muss.
Der für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed erklärt: „Die Studie ist ein klares Signal: Nürnberg hat viele Stärken, aber beim Wohnen besteht erheblicher Handlungsdruck. Wenn Menschen keine bezahlbare Wohnung finden, betrifft das nicht nur einzelne Haushalte. Es betrifft Familien, Auszubildende, Fachkräfte, Betriebe und damit die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt. Wohnen ist längst auch Standortpolitik.“
Für Nürnberg zeigt sich in der PwC-Studie ein differenziertes Bild: In vielen Bereichen wie Kultur und Freizeit, Bildung, Gesundheit, Arbeitssituation, Bürgerbeteiligung und Sicherheit gibt es solide Zufriedenheitswerte. Insgesamt fühlen sich 92 Prozent der Befragten in Nürnberg wohl oder sehr wohl. Zugleich zeigt die Studie beim Thema Wohnen den größten Handlungsdruck: Nur 20 Prozent der Befragten sind mit der Wohnsituation sehr oder eher zufrieden.
„Nürnberg ist eine lebenswerte Stadt. Aber Lebensqualität beginnt mit der Frage, ob Menschen hier ein Zuhause finden, das sie sich leisten können. Die Ergebnisse sind deshalb kein Grund zur Beruhigung, sondern ein klarer Auftrag: Wir müssen beim Wohnungsbau schneller, kreativer und unbürokratischer werden“, so Bürgermeister Dr. Ahmed.
Bereits heute arbeitet die Stadt Nürnberg an Projekten, die in der Studie genannte Themen betreffen und Wohnen, Arbeiten sowie Lebensqualität stärker zusammendenken. Dazu gehört der Bau-Turbo, mit dem neue rechtliche Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wohnungsbaus genutzt werden und zu dem im Stadtplanungsausschuss im Juni 2026 bereits erste Beschlüsse gefasst wurden. Ebenso wichtig sind die Vernetzung regionaler Akteure beim Runden Tisch Azubi-Wohnen vor dem Hintergrund von demografischem Wandel und Fachkräftemangel sowie Projekte für mehr Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung im öffentlichen Raum, wie jüngst am umgestalteten Lorenzer Platz. maj