Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 778 / 14.07.2026

Marktbericht Immobilien Nürnberg 2026 erschienen

Nürnbergs Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier hat am Dienstag, 14. Juli 2026, gemeinsam mit Wolfgang P. Küspert, Geschäftsführer der Küspert & Küspert Immobilienberatung GmbH & Co. KG, den „Marktbericht Immobilien Nürnberg 2026“ vorgestellt. Der Bericht bietet einen Überblick über die wichtigsten Kenndaten der Immobilienmarktsegmente Büro, Industrie und Logistik, Einzelhandel und Wohnen sowie des Investmentbereichs. Er dient allen am Standort Nürnberg interessierten Unternehmen und Analysten als fundierte Grundlage für Standort- und Investitionsentscheidungen. Die Daten wurden von Küspert & Küspert erhoben.

Der Immobilienstandort Nürnberg behauptet sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Weltpolitische Spannungen, konjunkturelle Unsicherheiten, hohe Finanzierungskosten sowie weiter steigende Baukosten dämpfen zwar die Investitionsneigung, dennoch wurden auch im Jahr 2025 in allen Marktsegmenten zukunftsweisende Projekte erfolgreich realisiert und vermarktet. Dazu zählen innovative Campusentwicklungen, moderne Hallen- und Gewerbebauten, attraktive Flächen für Mittelstand und Handwerk sowie neue Wohnquartiere. Die Modernisierung, Revitalisierung und Neustrukturierung bestehender Immobilien rücken dabei immer stärker in den Fokus. Dr. Andrea Heilmaier betont: „Nürnberg behauptet sich auch unter schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als attraktiver und nachgefragter Standort. Mein Dank gilt allen Akteuren der Immobilienwirtschaft, die mit ihrer Expertise und ihrem Gestaltungswillen dazu beitragen, Nürnberg als Wirtschafts- und Wohnstandort erfolgreich weiterzuentwickeln.“

Wolfgang Küspert ergänzt: „Die Nürnberger Immobilienwirtschaft meistert die aktuellen Herausforderungen bravourös im Vergleich zu anderen Großstädten in Deutschland, dennoch bleibt kaum eine Asset-Klasse von großen und vielschichtigen Aufgaben in den nächsten Jahren verschont. Zu viel nicht mehr nachgefragte Büroflächen brauchen tragfähige Revitalisierungskonzepte, überschüssige Verkaufsflächen suchen neue Nutzungen zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt und neuer Wohnraum muss leistbar werden, damit sich das Angebot erhöht. Aufgrund der Komplexität der Aufgaben wird der Erfolg auch von einem guten Zusammenspiel der Akteure aus Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung abhängen, was in Nürnberg schon oft gut gelungen ist.“

Dass sich der Nürnberger Immobilienmarkt vergleichsweise robust entwickelt, liegt vor allem an den ausgesprochen guten Rahmenbedingungen vor Ort. Eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur sorgt für Stabilität und Krisenfestigkeit. Gleichzeitig verfügt Nürnberg über eine moderne Wissenschafts- und Innovationslandschaft mit Schwerpunkten in zentralen Zunkunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Energie- und Antriebstechnik, Mikroelektronik, Automatisierung und Medizintechnik. Der Aufbau der Technischen Universität Nürnberg stärkt die internationale Sichtbarkeit Nürnbergs und schafft zusätzliche Nachfrage. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 38 Milliarden Euro zählt Nürnberg zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Dr. Andea Heilmaier erläutert: „Ein attraktiver Immobilienmarkt braucht einen starken Wirtschaftsstandort – und umgekehrt. Nürnberg verbindet wirtschaftliche Dynamik mit hoher Lebensqualität und bietet Unternehmen, Fachkräften und Investoren sehr gute Perspektiven. Diese Standortqualitäten wollen wir weiter stärken!“

Im Bürosegment konzentrierte sich die Nachfrage auch im Jahr 2025 auf moderne und kernsanierte Flächen in Top-Lagen. Da es an innerstädtischen Standorten nahezu keine Fluktuation gab, wurde der Großteil der Nachfrage in gut angebundenen Bürozentren außerhalb des Stadtkerns bedient. Insgesamt wurden rund 92 000 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet – ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr und im langjährigen Vergleich ein solides Ergebnis. Auch der Großabschluss eines Infrastrukturunternehmens in Höhe von 14 000 Quadratmetern Bürofläche in einem Projekt am Kohlenhof unterstreicht die nach wie vor hohe Bedeutung Nürnbergs als Bürostandort.

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Flächen ließ die Spitzenmiete in Nürnberg erstmals die 20-Euro-Marke übersteigen. Gleichzeitig erhöhte sich die Leerstandsquote – entsprechend dem bundesweiten Trend – von 7,1 auf 10,3 Prozent. Die Ursachen liegen zum einen darin, dass unsanierte Bestandsobjekte nicht mehr nachgefragt und häufig auch nicht mehr angeboten werden, zum anderen an Flächenreduzierungen seitens der Nutzer. Damit gewinnen Modernisierungen und – wo sinnvoll – Umnutzungen älterer Büroimmobilien zunehmend an Bedeutung. Dr. Andrea Heilmaier ergänzt: „Neue Perspektiven erfahren klassische Bürostandorte auch durch den derzeitigen Ausbau zentraler Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Nürnberg. Beispielsweise setzen die Technische Universität Nürnberg und das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS neue Nachfrageimpulse im Nordostpark.“

Der Nürnberger Markt für Industrie- und Logistikimmobilien zeigte sich 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Welthandel stabil. Die Nachfrage nach modernen Lager-, Logistik- und Produktionsflächen blieb hoch und wird durch Nürnbergs verkehrsgünstige Lage sowie die hervorragende Anbindung an Straße, Schiene, Wasser und Luft gestützt. Mieten zogen leicht an, Kaufpreise blieben stabil.

Das Vertrauen in den Standort spiegelte sich deutlich am Investmentmarkt wider: Das Transaktionsvolumen institutioneller Anleger verdoppelte sich im Segment Industrie und Logistik gegenüber dem Vorjahr auf rund 80 Millionen Euro. Da Flächenreserven auf der grünen Wiese kaum noch vorhanden sind, erweitern mehrere Entwicklungen von Bestandsimmobilien das Angebot an modernen, flexibel nutzbaren Hallen- und Produktionsflächen. Dr. Andrea Heilmaier betont: „Nürnberg überzeugt weiterhin als Industrie- und Logistikstandort. Besondere Dynamik zeigt sich im Energie- und Antriebssektor: Hier investieren sowohl kleine und mittlere Unternehmen als auch große Industriebetriebe – durch Neuansiedlungen ebenso wie durch den Ausbau bestehender Produktionskapazitäten.“

Nürnberg behauptet seine Anziehungskraft auch als Einkaufsstandort. Der Einzelhandel in Nürnberg erzielte rund 19 Prozent mehr Umsatz als allein aufgrund der Kaufkraft der Nürnberger Bevölkerung zu erwarten wäre. Freilich steht der stationäre Einzelhandel weiterhin unter Druck, insbesondere im Nonfood-Bereich. Der Strukturwandel setzt sich fort. Selbst in erstklassigen Lagen zeichnen sich tendenziell rückläufige Mietentwicklungen ab. Entsprechend steigen die Anforderungen an die Vermarktung klassischer Einzelhandelsflächen. Dr. Andrea Heilmaier erläutert: „Für die Innenstadt setzen wir deshalb konsequent auf innovative Mixed-Use-Konzepte. Wichtige Impulse werden künftig vom neuen Zeughaus-Quartier rund um die ehemaligen Kaufhof- und City-Point-Immobilien ausgehen. Zudem zeigen Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums in der gesamten Innenstadt bereits Wirkung und steigern die Besucherfrequenzen.“

Der Wohnimmobilienmarkt zeigte sich 2025, wie in den Vorjahren, äußerst stabil. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum führte auf dem Mietmarkt zu weiteren Preissteigerungen – weitgehend unabhängig von Lage und Alter der Immobilien. Bei Neubauprojekten in guten und sehr guten Wohnlagen wurden nicht selten Mietpreise zwischen 17 und 19 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Kaufpreise für Eigentumswohnungen blieben auf hohem Niveau weitgehend konstant. Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser entwickelten sich insgesamt stabil, wenngleich in einzelnen Stadtteilen Preisrückgänge zu beobachten waren. Auch am Investmentmarkt behauptete das Wohnsegment mit einem Transaktionsvolumen von 226 Millionen Euro beziehungsweise einem Marktanteil von 42 Prozent erneut seine Spitzenposition.

Der Erhalt von Bestandsimmobilien, ihre Modernisierung und Neukonzeption ist für viele institutionelle Akteure inzwischen zu einer wichtigen strategischen Säule geworden. Dr. Andrea Heilmaier erklärt: „Die hohe Nachfrage nach Wohnraum ist Ausdruck der demografischen Entwicklung Nürnbergs. Unsere Stadt wächst, überzeugt aber auch mit einer leistungsfähigen Infrastruktur und einem starken Arbeitsmarkt. Gleichzeitig erhöhen steigende Mieten den Druck auf viele Haushalte. Deshalb haben wir mit dem Modell des preisgedämpften Wohnens eine entlastende Ergänzung zur klassischen einkommensorientierten Förderung geschaffen. Zugleich eröffnet der Bau-Turbo neue Perspektiven für die Schaffung von Wohnraum durch Umnutzung. Chancen werden wir dort nutzen, wo sie städtebaulich sinnvoll sind – ohne dabei unsere leistungsfähigen Gewerbestandorte aus dem Blick zu verlieren.“ let

Der „Marktbericht Immobilien Nürnberg 2026“ ist abrufbar unter: wirtschaft.nuernberg.de