Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 790 / 16.07.2026

Ideen für den Melanchthonplatz gefragt:
Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) wird den Melanchthonplatz in der Nürnberger Südstadt grundlegend neu gestalten und zu einem zukunftsfähigen Quartierspark weiterentwickeln. Die Beauftragung einer landschaftsarchitektonischen Entwurfsplanung schafft die Grundlage für eine umfassende Modernisierung der rund 23 000 Quadratmeter großen Grünanlage. Ziel ist es, den Park ökologisch aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern, um den Anforderungen eines dicht besiedelten Stadtquartiers gerecht zu werden. Am Donnerstag, 23. Juli 2026, findet von 17 bis 20 Uhr eine Bürgerbeteiligung auf dem Melanchthonplatz statt. Hier wird ein Zeitplan für die Realisierung der Neugestaltung vorgestellt, anschließend werden die Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der Bürgerinnen und Bürger gesammelt und diskutiert. Ebenfalls am Donnerstag, 23. Juli, veranstaltetet das Jugendamt von 14 bis 17 Uhr die Kinderbeteiligung und am Dienstag, 28. Juli, von 18 bis 21 Uhr die Jugendbeteiligung.

Der Melanchthonplatz ist die wichtigste Grün- und Freifläche für die nordwestliche Südstadt. Aufgrund der zentralen Lage wird die Anlage jedoch seit Jahren weit über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus genutzt. Die Folgen sind erhebliche Abnutzungserscheinungen, Nutzungskonflikte sowie ein deutlich eingeschränktes Erholungsangebot. Besonders die Spiel- und Aktionsflächen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und bieten insbesondere für ältere Kinder und Jugendliche nur wenige attraktive Möglichkeiten.

Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Andreas Krieglstein erklärt dazu: „Mit der Neugestaltung des Melanchthonplatzes entsteht ein wichtiger Zukunftsbaustein für die Südstadt. Eine nachhaltige Stadtentwicklung lebt vom Dialog mit den Menschen vor Ort. Deshalb ist die Bürgerbeteiligung von Anfang an ein zentraler Bestandteil des Planungsprozesses. Die Erfahrungen, Ideen und Anregungen aus dem Quartier liefern wertvolle Impulse und tragen dazu bei, dass der neue Quartierspark Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger erfüllt. So schaffen wir gemeinsam einen attraktiven Ort für Begegnung, Erholung und Freizeit, der zugleich den Anforderungen des Klimawandels und einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung gerecht wird.“

Mit der geplanten Neugestaltung verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz. Neben einer funktionalen Neuordnung der Parkbereiche stehen vor allem Klimaanpassung, Biodiversität und nachhaltige Stadtentwicklung im Mittelpunkt. So sollen zusätzliche Grünflächen geschaffen, neue Bäume gepflanzt und bestehende Baumstrukturen dauerhaft gesichert werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, große Flächen zu entsiegeln und das Regenwasser künftig nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ direkt vor Ort zu speichern und für die Vegetation nutzbar zu machen. Dadurch können Hitzeinseln reduziert, das Mikroklima verbessert und die Kanalisation bei Starkregen entlastet werden.

Auch die Aufenthalts- und Freizeitangebote werden umfassend modernisiert. Geplant sind ein zeitgemäßer, inklusiver Spielplatz mit altersgerechten Angeboten, attraktive Sport- und Bewegungsflächen sowie eine hochwertige und langlebige Ausstattung. Im nördlichen Parkareal entsteht ein Spielplatz für Kleinkinder. Der südliche Abschnitt umfasst Spielangebote für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sowie von sechs bis zwölf Jahren und wird durch Aktionsflächen für Jugendliche ergänzt. Die bestehende Bolz- und Basketballanlage wird grundlegend erneuert und bietet Kindern und Jugendlichen künftig ein deutlich verbessertes Freizeitangebot.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren Vernetzung des nördlichen und südlichen Parkteils. Anlass hierfür ist die geplante Sanierung der Straßenbahngleise in der Landgrabenstraße sowie der barrierefreie Ausbau der neuen Straßenbahnhaltestelle „Melanchthonplatz“ in den Jahren 2026 und 2027. Die Umgestaltung des Parks soll eng mit diesen Maßnahmen abgestimmt werden, um attraktive und barrierefreie Wegeverbindungen zu schaffen.

Die Gesamtkosten für die Umsetzung werden derzeit auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Da das Projekt Bestandteil des Städtebaufördergebiets Gibitzenhof ist, bestehen gute Chancen auf eine Förderung von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Nach Abschluss der Planung könnte die Umsetzung ab dem Jahr 2028 erfolgen.

Von Beginn an setzt die Stadt auf eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsverfahrens sollen Anwohnerinnen und Anwohner ihre Ideen und Anregungen in die Planung einbringen können. Unterstützt wird dieser Prozess unter anderem durch den mobilen Kulturladen „KommVorZone“, der bereits seit mehreren Jahren im Quartier aktiv ist.    tom

Weitere Informationen auf der Sör-Webseite unter nuernberg.de/internet/soer_nbg/melanchthonplatz.html.

1 Anhang